Stand: 29.05.2018 12:29 Uhr

Wake-Up-Studie: Schlaganfall besser behandeln

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Nach einem Schlaganfall sollten Ärzte möglichst schnell mit der Behandlung beginnen.

Etwa jeder fünfte Schlaganfall tritt im Schlaf auf. Erst beim Aufwachen merken Betroffene die typischen Symptome wie halbseitige Schwäche oder Lähmungen, Gefühls-, Seh- oder Sprachstörungen. Bisher konnte nach einem Schlaganfall in der Nacht niemand sicher sagen, wie lange der Vorfall zurückliegt. Dann konnte die Thrombolyse-Therapie nicht zum Einsatz kommen.

Fortschritte bei der Behandlung versprechen die Ergebnisse der internationalen Wake-Up-Studie. Mit speziellen MRT-Aufnahmen (Magnetresonanztomografie) wollten die Forscher herausfinden, wie lange ein Schlaganfall bereits zurückliegt und ob Betroffenen von einer Thrombolyse-Therapie profitieren. Diese darf nur innerhalb von 4,5 Stunden nach einem Schlaganfall durchgeführt werden. Danach ist die Gefahr zu groß, durch das blutverdünnende Medikament eine Hirnblutung auszulösen. In Europa könnten die Wake-Up-Studie dazu führen, dass die gezielte Diagnose und Therapie bei mehr als 10.000 Menschen pro Jahr eine Behinderung nach einem Schlaganfall verhindern.

Das Röntgenbild eines Gehirns.

Wake-Up-Studie: Schlaganfall besser behandeln

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Nach einem Schlaganfall ist eine möglichst schnelle Behandlung wichtig, um Spätfolgen zu verhindern. Die Ergebnisse der Wake-Up-Studie sollen die Therapie verbessern.

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Ergebnisse der Wake-Up-Studie

In der Wake-Up-Studie wurde die Wirkung von Medikamenten an 503 Schlaganfall-Erkrankten aus 70 Kliniken in acht Ländern erforscht. Die Betroffenen erhielten entweder den Thrombolyse-Wirkstoff Alteplase oder ein Scheinmedikament (Placebo). Nach 90 Tagen hatten 53,3 Prozent der mit Alteplase behandelten Erkrankten ein sehr gutes klinisches Ergebnis, aber nur 41,8 Prozent der Erkrankten in der Placebo-Gruppe.

Das bedeutet: Dank der Behandlung mit dem Wirkstoff überstanden mehr Betroffene den Schlaganfall ohne neurologische Symptome oder eine Behinderung. Subjektiv schätzten sie ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität deutlich besser ein.

In einer Vorläuferstudie hatten die Forscher bereits erkannt, dass die Kernspintomografie in den ersten Stunden nach einem Schlaganfall charakteristische Aufhellungen zeigt, die später wieder verschwinden. Mit den Aufnahmen konnten sie mit fast 90-prozentiger Sicherheit vorhersagen, wer von einer Thrombolyse profitierte.

Typische Symptome: Schlaganfall erkennen

  • Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Ist das Gesicht dabei einseitig verzogen, deutet das auf eine halbseitige Lähmung hin - ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung im motorischen Zentrum des Gehirns.

  • Bitten Sie die betroffene Person, die Augen zu schließen, die Arme nach vorn zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Wenn die Arme nicht gleichzeitig gehoben und die Handinnenflächen nach oben gedreht werden können, deutet auch das auf eine motorische Störung hin.

  • Lassen Sie die betroffene Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen? Versteht die Person die Aufforderung nicht? Dann kann das Sprachzentrum im Gehirn betroffen sein.

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Interviewpartner

Prof. Dr. Christian Gerloff, Direktor
Prof. Dr. Götz Thomalla, Oberarzt
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Kopf-Neurozentrum
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Tel. (040) 74 10-527 70
Internet: www.uke.de

Prof. Dr. Jens Fiehler, Direktor
Klinik und Poliklinik für Neuroradiologische Diagnostik und Intervention
Zentrum für Radiologie und Endoskopie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Internet: www.uke.de

Prof. Dr. Joachim Röther, Chefarzt
Abteilung für Neurologie mit überregionaler Stroke-Unit, Neurophysiologie und Neurologischer Intensivmedizin
Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
Tel. (040) 18 18-81 14 01, Fax (040) 18 18-81 49 06
Internet: www.asklepios.com

Weitere Informationen
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Schulstraße 22, 33311 Gütersloh
Service- und Beratungszentrum
Tel. (05241) 97 70-0, Fax (05241) 97 70-777
Internet: www.schlaganfall-hilfe.de

Kompetenznetz Schlaganfall
Charité Campus Mitte
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Internet: www.kompetenznetz-schlaganfall.de

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