Stand: 11.04.2016 21:00 Uhr

Vitamin D - das Sonnenhormon

von Simona Dürnberg
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Vitamin D gilt als das "Sonnenvitamin", denn unser Körper bildet Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht in der Haut.

Ohne Sonne ist kein Leben möglich. Das gilt für Pflanzen, Tiere - und uns Menschen. Wir benötigen das Sonnenlicht, um notwendiges Vitamin D produzieren zu können. Genau genommen handelt es sich bei Vitamin D um kein Vitamin, sondern um die Vorstufe eines Hormons, deshalb wird Vitamin D auch als "Sonnenhormon" bezeichnet. Wenn die Sonne auf unsere Haut trifft, bilden Leber und Niere aktives Vitamin D. Das Sonnenhormon reguliert unseren Kalzium- und Phosphatstoffwechsel und stärkt die Muskeln. Wenn es fehlt, sinkt vor allem der Kalziumspiegel. Ein schwerer Vitamin-D-Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteoporose oder Knochenerweichung führen.

Wie macht sich ein Vitamin-D-Mangel bemerkbar?

Wer sich ständig mit einer Schniefnase herumplagen muss und morgens trotz früher Bettruhe nur mühsam aus den Federn kommt, sollte seinen Vitamin-D-Spiegel beim Arzt kontrollieren lassen. Denn Müdigkeit, Abgeschlagenheit und gehäufte Infekte können die Symptome für einen zu geringen Vitamin-D-Spiegel sein. Die Krankenkasse zahlt diese Untersuchung aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Besteht kein Verdacht auf eine Erkrankung, die von einem Vitamin-D-Mangel verursacht wird, zahlt der Patient 20 bis 30 Euro für die individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).

Wie viel Vitamin D ist genug?

In Deutschland weisen 60 Prozent der Bevölkerung eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung auf. Da die Sonne bei uns im Norden besonders selten zu sehen ist, leiden in Norddeutschland sogar 80 Prozent an einem Vitamin-D-Mangel. Für die Vitamin D-Zufuhr hält die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (bei fehlender körpereigener Bildung) einen Wert von mindestens 20 Nanogramm pro Milliliter Blut für ideal. Diese Empfehlung gilt für alle Altersgruppen ab einem Lebensjahr.

Was tun bei Vitamin-D-Mangel?

Nichts lässt den Vitamin-D-Speicher so sicher steigen wie ein Sonnenbad. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, die Haut in den sonnenreichen Monaten täglich, abhängig vom eigenen Hauttyp, zwischen fünf und 25 Minuten unbedeckt der Sonne auszusetzen. Dabei sollte ein Sonnenbrand unbedingt vermieden werden - also besser regelmäßig und kurz sonnen, als einmal lange bräunen, denn: Der Körper produziert nicht mehr Vitamin D, als er gerade benötigt. In den Wintermonaten ist dagegen ein täglicher Spaziergang von mindestens 20 Minuten notwendig, um den Bedarf an Vitamin D halbwegs decken zu können.

Bei Säuglingen, Menschen, die sich wenig oder nur mit gänzlich bedecktem Körper im Freien aufhalten, Dunkelhäutigen und Senioren spricht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) von "Risikogruppen", die ganz besonders auf eine ausreichende Produktion von Vitamin D achten sollten. Hier kann, unbedingt in Absprache mit dem Arzt, auf Vitamin-D-Präparate zurückgegriffen werden. Für gesunde Menschen sind Vitamin-D-Pillen jedoch entbehrlich bis gefährlich. In Überdosierung kann Vitamin D der Gesundheit schaden und sogar Infarkte fördern.

Von Solarien oder Tageslichtlampen als Ersatz raten Experten übrigens ab: Um Vitamin D erzeugen zu können, sind UVB-Strahlen vonnöten. Doch Sonnenbankröhren produzieren überwiegend UVA-Strahlen und erhöhen bei falscher Dosierung das Hautkrebsrisiko.

Kann die Ernährung helfen?

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist empfehlenswert - reicht bei starkem Vitamin-D-Mangel aber nicht aus. Dennoch hat die Notwendigkeit, Vitamin D auch über Lebensmittel aufzunehmen, deutlich zugenommen: Der steigende und wichtige Gebrauch von Sonnenschutzmittel minimiert das Hautkrebsrisiko, nimmt der Haut aber die Möglichkeit, die nötige UVB-Strahlung aufzunehmen und Vitamin D herzustellen. Nahrungsmittel, die viel Vitamin D enthalten, sind deshalb hilfreich: Hierzu gehören vor allem fettreicher Fisch (z.B. Hering, Forelle oder Lachs), Eier, Butter und Champignons. Die in den skandinavischen Ländern, Kanada und den USA durchgeführte Methode, Grundnahrungsmitteln Vitamin D zuzusetzen, ist in Deutschland nicht erlaubt.

Wie viel Vitamin D ist in Lebensmitteln enthalten?
LebensmittelVitamin D (Mikrogramm pro 100 Gramm)
Hering
7,80 - 25,00
Butter
1,20
Margarine
2,5 – 7,5
Hühnerei
2,90
Champignons
1,90
Vollmilch, 3,5 % Fett
0,09

Veganer besonders gefährdet für Vitamin-D-Mangel

Durch den Verzicht auf tierische Produkte können Veganer schneller an Vitamin-D-Mangel leiden, als Personen, die weitaus mehr Lebensmittel zur Auswahl haben. Wer vegan lebt, sollte deshalb besonders zu Nahrungsmitteln greifen, die einen hohen Gehalt an Vitamin D aufweisen. Eine regelmäßige Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels durch den Arzt ist ratsam.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

plietsch. | 11.04.2016 | 21:00

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