Stand: 03.04.2018 05:00 Uhr

Putzmittel: Gefahr für Lunge und Haut

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Menschen, die sehr viel putzen, haben laut einer Studie eine deutlich schwächere Lunge als Menschen, die nie putzen.

Luftnot, Allergien, rissige Hände - all das können Folgen aggressiver Putzmittel sein. Rund 60.000 Reinigungsmittel sind nach Angaben der EU-Kommission in der EU auf dem Markt. In Deutschland findet man im Schnitt 15 verschiedene Reiniger in einem Haushalt. Welche gesundheitlichen Risiken von den Putzmitteln ausgehen, war bisher wenig erforscht. Nun gibt es neue Erkenntnisse. Wissenschaftler der norwegischen Universität Bergen haben in einer Langzeitstudie festgestellt: Menschen, die sehr viel putzen, haben eine deutlich schwächere Lunge als Menschen, die nie putzen.

Verschiedene Putzmittel unterschiedlicher Hersteller.

Putzmittel: Gefahr für Lunge und Haut

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Lungenkrank durch Putzmittel: Einer Studie zufolge haben Menschen, die sehr viel putzen, eine deutlich schwächere Lunge als Menschen, die nie putzen. Auch die Haut kann Schaden nehmen.

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Deutliche Beeinträchtigung der Lungenfunktion

An der Studie "Respiratory Health Survey" nahmen 6.230 Personen über den Zeitraum von 20 Jahren teil. Zu Beginn der Studie waren sie im Durchschnitt 34 Jahre alt. Fast alle haben regelmäßig geputzt, viele putzten hauptberuflich. Nach 20 Jahren konnten die Wissenschaftler eine deutliche Beeinträchtigung der Lungenfunktion erkennen. Den stärksten Abfall der Lungenfunktion hatten die Personen, die auch als Reinigungskraft arbeiteten.

Sprühnebel wird automatisch eingeatmet

Für die Forscher ist das Ergebnis wenig überraschend: Putzmittel enthalten unterschiedliche chemische Substanzen, die durch Einatmen in die Lunge dringen und dort das Gewebe zerstören. Dazu kommt: Viele Reinigungsmittel werden gesprüht, sodass der Reiniger nicht nur auf Waschbecken oder WC landet, sondern auch eingeatmet wird. Das irritiert die Atemwege und kann sie dauerhaft schädigen. Putzmittel erhöhen so auch das Risiko, an Asthma zu erkranken. Vor allem Menschen mit vorgeschädigter Lunge, zum Beispiel Asthmatiker, reagieren oft mit akuter Luftnot auf Reinigungsmittel.

Säureschutzschicht der Haut wird geschädigt

Die Lunge ist nicht das einzige Organ, das unter den chemischen Substanzen der Putzmittel leidet. Auch die Haut ist betroffen. Viele Inhaltsstoffe sind bei direktem Hautkontakt schon in geringen Mengen schädlich, denn die scharfen Reinigungsmittel können nicht zwischen Bakterienzellen auf dem Klo oder Waschbecken und den Hautzellen unterscheiden. So wird die Säureschutzschicht der Haut geschädigt.

Tipps zum Schutz beim Putzen

Ein paar einfache Tipps können helfen, den Kontakt mit Reinigungsmitteln und die Gefahren, die daraus resultieren, zu minimieren:

  • Handschuhe und Mundschutz beim Reinigen tragen
  • nur einen, nicht mehrere Reiniger gleichzeitig nutzen
  • beim Putzen für eine gute Belüftung sorgen
  • statt chemischem Reiniger reichen häufig ein Mikrofasertuch oder Wasser mit einem Spritzer Neutralreiniger.

Interviewpartner

Dr. Andrea Iwansky, Fachärztin für Innere Medizin/Lungen- und Bronchialheilkunde (Pneumologie), Schlafmedizin und Allergologie
Alsterpneumologie
Colonnaden 9, 20354 Hamburg
Tel. (040) 34 22 81
E-Mail: info@facharztpraxis-colonnaden.de
Internet: www.facharztpraxis-colonnaden.de

Priv.-Doz. Dr. med. Alexandra M. Preisser, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Fachärztin für Innere Medizin, Oberärztin, wissenschaftliche Arbeitsgruppenleiterin, stellvertretende Institutsdirektorin
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Seewartenstraße 10, Haus 1
Tel. (040) 428 37 43 10
E-Mail: a.preisser@uke.de

Dr. med. Julia Maerker-Stroemer, Hautärztin
Krohnstieg 41- 43, 22415 Hamburg
Tel. (040) 411 25 56 60
E-Mail: hautarztpraxisimkrohnstiegcenter@gmx.de
Internet: www.hautarztpraxis-langenhorn.de

Prof. Dr. rer. physiol. Edmund Maser, Direktor Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel
Brunswiker Straße 10, 24105 Kiel
Internet: www.toxi.uni-kiel.de

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