Stand: 02.05.2017 16:51 Uhr  | Archiv

Prostata-OP: Gammasonde macht Tumor hörbar

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Bei Prostatakrebs ist es wichtig, neue Krebsherde rechtzeitig zu erkennen und zu entfernen.

Dass nach der operativen Entfernung eines Prostatakrebs eventuell neu wachsende Krebsherde im Bereich des Tumors so schnell wie möglich gefunden und entfernt werden, ist entscheidend für den dauerhaften Therapie-Erfolg. Mit einer neuen Methode gehen Münchner Urologen auf die Suche auch nach kleinsten Metastasen. Sie verlassen sich dabei auf ihr Gehör und eine Gammasonde, die ähnlich funktioniert wie ein Geigerzähler.

Tumor-Suche mit PSMA-Antikörper

Bisher suchen Ärzte den Tumor üblicherweise mithilfe eines Tomografen. Dazu wird der Antikörper PSMA mit einem radioaktiven Teilchen (Isotop) markiert. PSMA-Antikörper passen auf Prostatakrebszellen wie ein Schlüssel ins richtige Schloss. Die radioaktiven Teilchen markieren die Krebszellen, die am Bildschirm aufleuchten.

Gammasonde macht Krebszellen im OP hörbar

Die Münchner Urologen gehen einen Schritt weiter und nutzen das gleiche Prinzip, um während der OP die winzigen Metastasen aufzuspüren und zu entfernen. Dafür spritzen sie dem Erkrankten am Vortag der Operation radioaktive Antikörper, die sich an den einzelnen Prostatakrebszellen anlagern. Am nächsten Tag gehen die Chirurgen mit einer Gammasonde über das Operationsfeld. Ertönt ein akustisches Signal, befindet sich unter der Sonde eine Krebszelle. Diese können die Chirurgen entfernen. Die Strahlenbelastung ist deutlich niedriger als bei einer Computer-Tomografie.

Die ersten Zwischenergebnisse des neuen Verfahrens sind ermutigend. Doch welche Bedeutung die neue Methode auf Dauer in der Therapie des Prostatakrebses haben wird, müssen weitere Studien zeigen.

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Visite | 02.05.2017 | 20:15 Uhr

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