Sendedatum: 26.01.2016 20:15 Uhr  | Archiv

Osteoporose: Behandlung mit Medikamenten

Bild vergrößern
Verschiedene Medikamente kommen gegen Osteoporose zum Einsatz.

Leider wird die Osteoporose oft erst spät erkannt, wenn die Betroffenen schon mehrere Knochenbrüche erlitten haben. Standardtherapie bei Osteoporose sind Bisphosphonate. Mit diesen Tabletten lässt sich der Knochenabbau stoppen. Sie werden mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück im Stehen mit einem Glas Leitungswasser eingenommen - danach darf man sich nicht wieder hinlegen. Doch mindestens die Hälfte der Patienten verträgt die Tabletten nicht und muss die Therapie aufgrund von Magen-Darmproblemen abbrechen. Dann muss auf vierteljährliche Spritzen oder eine jährliche Infusion umgestellt werden, die aber sehr viel teurer sind.

Auch der gentechnisch hergestellte Antikörper Denosumab hemmt den Knochenabbau, als Nebenwirkung kann es unter dieser Therapie zu einem gefährlichen Kalziummangel kommen. Deshalb muss der Kalziumspiegel regelmäßig kontrolliert und ein Mangel behandelt werden.

Parathormon: Einsatz muss streng geprüft werden

Schlagen Bisphosphonate und Denosumab nicht an, kann eine Therapie mit dem sogenannten Parathormon versucht werden. Es stoppt nicht nur den Knochenaufbau, sondern regt sogar das Knochenwachstum an. Wegen möglicher Langzeitfolgen ist das eigentlich körpereigene Parathormon aber hierzulande nur für eine zweijährige Therapie zugelassen, denn in Tierversuchen kam es bei längerer Einnahme zu Fällen von Knochenkrebs. Die Behandlung mit Parathormon darf nur einmal im Leben des Patienten erfolgen, deshalb muss der Einsatz streng geprüft werden.

Auch Strontiumranelat fördert den Knochenaufbau. Das in Wasser gelöste Pulver wird zur Behandlung von schwerer Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren und erwachsenen Männern eingesetzt - wegen seiner Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem aber nur, wenn die anderen Osteoporosemedikamente nicht angewendet werden können. An neuen Wirkmechanismen sowie gut verträglichen knochenaufbauenden Medikamenten wird bereits geforscht.

Bei allen Osteoporose-Therapien muss zusätzlich auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium geachtet werden. Neben Medikamenten ist Sport ein wichtiger Therapiebaustein. Wichtig ist dabei vor allem die mechanische Stoßbelastung. Sie stimuliert den Knochenanbau. Für Jüngere ist zum Beispiel Seilhüpfen gut geeignet, für Ältere forciertes Treppensteigen oder Walking. Auch gezieltes Krafttraining unter Aufsicht im Fitnessstudio fördert die Knochengesundheit sehr effektiv.

Chat-Protokolle

"Osteoporose ist eine lebenslange Diagnose"

Wie kann man Osteoporose entgegenwirken? Ab welchem Alter sollte man die Knochendichte messen lassen? Diese und weitere Fragen hat Dr. Catharina Bullmann im Chat beantwortet. mehr

Visite

"Bisphosphonate verursachen kein Krebs"

19.10.2010 20:15 Uhr
Visite

Osteologe Prof. Michael Amling und Physiotherapeut Mario Reicherz haben Ihre Fragen zu Osteoporose im Chat beantwortet. mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.01.2016 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

03:29
Nordtour
03:43
Nordtour