Stand: 13.10.2015 14:48 Uhr  | Archiv

Lebermetastasen: Heilungschancen und Therapien

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Es gelingt immer besser, Metastasen in der Leber erfolgreich zu bekämpfen.

Bei Krebs sind Metastasen in anderen Körperregionen in der Regel ein ungünstiges Zeichen. Oft ist eine Heilung dann nicht mehr möglich. Eine Ausnahme scheint es bei Metastasen in der Leber zu geben, die vom Darmkrebs kommen. Inzwischen gibt es Verfahren, mit denen Spezialisten immer öfter früher unheilbare Lebermetastasen komplett entfernen und so eine echte Heilungschance bieten können. Möglich wird dies durch zwei Besonderheiten der Leber: Sie ist das einzige Organ, das nachwachsen kann - und sie verfügt über einen separaten Blutkreislauf. Das eröffnet Behandlungschancen, die es in anderen Organen nicht gibt.

Befallenes Lebergewebe wird entfernt - gesunder Teil wächst

Mithilfe modernster Navigationssysteme können Leberchirurgen Metastasen aus dem Organ herausoperieren, indem sie den Eingriff im Vorfeld am Computer planen und simulieren. So stellen sie sicher, dass lebenswichtige Strukturen erhalten bleiben und nicht zu viel Lebergewebe entfernt wird. Ist der befallene Teil des Organs zu groß, als dass der Körper bei der Entgiftung auf ihn verzichten könnte, nutzen die Chirurgen einen Trick: Sie trennen den kranken Teil der Leber von dem gesunden und drosseln anschließend die Durchblutung des kranken Teils. So kann dieser bei der Entgiftung noch mitarbeiten, schrumpft aber. Als Reaktion darauf wächst der gesunde Leberteil.

Nach wenigen Tagen ist die gesunde Leber groß genug, um allein die Entgiftung des Körpers zu übernehmen. Nun entfernen die Chirurgen in einer zweiten Operation den mit Tumorgewebe befallenen Teil komplett, das gesunde Gewebe wächst anschließend weiter, bis die Leber fast vollständig wiederhergestellt ist.

Spezielle Chemotherapie: Nur die Leber wird behandelt

Ein anderes Verfahren, die sogenannte Chemosaturation, kann Patienten mit Lebermetastasen helfen, bei denen keine andere Therapie mehr anspricht. Dabei wird die Leber per Ballonkatheter vorübergehend vom Blutkreislauf isoliert und dann mit einem hochdosierten Chemotherapeutikum geflutet.

Das mit dem Zellgift gesättigte (saturierte) Blut aus der Leber wird außerhalb des Körpers durch besondere Filter geleitet und gereinigt, bevor es dem Blutkreislauf wieder zugefügt wird. Auf diese Weise können die Ärzte eine sehr aggressive Chemotherapie durchführen, die für den Rest des Körpers sonst zu belastend wäre.

Nach wenigen Tagen können die Patienten in der Regel die Klinik wieder verlassen. Die Chemosaturation kann bei nicht operablen bösartigen Tumoren der Leber oder auch bei auf die Leber beschränkten Metastasen anderer Tumoren, wie zum Beispiel Dickdarmkrebs, schwarzer Hautkrebs (Melanom) oder Aderhautmelanom des Auges, eingesetzt werden.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 13.10.2015 | 20:15 Uhr

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