Stand: 07.11.2017 12:54 Uhr

Isoglukose: Zuckersirup verursacht Diabetes

Viele Menschen halten Fruchtzucker (Fruktose) für gesünder als Haushaltszucker. Doch das ist er nicht. Fruktose ist deutlich süßer als andere Zucker, regt unsere Vorliebe für Süßes zusätzlich an und macht weniger satt. Deshalb verursacht Fruktose schneller als jeder andere Zucker Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fruchtzucker kann der Mensch nicht speichern wie herkömmlichen Zucker. Die Fruktose-Moleküle gelangen vom Dünndarm direkt in die Leber, steigern dort die Fetteinlagerung und fördern Entzündungen. Je mehr Fruktose man aufnimmt, desto schneller verfettet die Leber.

Einige zuckerhaltige Lebensmittelprodukte.

Isoglukose: Zuckersirup verursacht Diabetes

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Die EU hat Isoglukose zum Süßen von Lebensmitteln zugelassen. Der Zuckersirup enthält bis zu 90 Prozent Fruchtzucker und kann zu Übergewicht, Diabetes und Fettleber führen.

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Isoglukose: Billig und ungesund

Bald könnte über eine neue Zuckerart noch mehr Fruktose in unsere Nahrung gelangen: Seit Anfang Oktober 2017 darf Isoglukose in der EU unbegrenzt verwendet werden. Der Sirup lässt sich schnell und einfach aus Maisabfällen durch Zugabe von Enzymen produzieren - viel billiger als Zucker aus Rüben. In den USA ist der billige Maissirup bereits seit Langem erlaubt. Dort steckt er in großen Mengen in Getränken, Süßigkeiten und Fertigprodukten. Isoglukose gilt als Mitverursacher des riesigen Übergewichtsproblems in den USA.

Isoglukose enthält versteckten Fruchtzucker

Das Problem bei der Isoglukose ist, dass sie bis zu 90 Prozent Fruchtzucker enthalten kann. Normaler Haushaltszucker besteht nur zu 50 Prozent aus Fruktose, die andere Hälfte ist Glukose. Weil Isoglukose viel billiger ist als andere Zucker, rechnet die EU-Kommission damit, dass in Zukunft immer mehr Produkte mit Isoglukose gesüßt werden.

Zu viel Fruchtsaft erhöht Blutzuckerwerte

Nicht nur Limonade und andere Süßgetränke können Fruktose enthalten, auch in Fruchtsäften ohne Zucker-Zusatz steckt jede Menge Fruchtzucker. Übermäßiger Konsum von Fruchtsaft kann die Blutzuckerwerte in die Höhe treiben und zu Diabetes führen. Bereits jetzt haben zehn Prozent aller Menschen in Deutschland einen Diabetes mellitus Typ 2, 30 Prozent sind an einer Fettleber erkrankt. Wenn mit der Einführung von Isoglukose flächendeckend mehr Fruchtzucker konsumiert wird, könnte die Anzahl der Erkrankten weiter zunehmen.

Auf die Kennzeichnung achten

Wer auf Zucker verzichten möchte, muss genau hinschauen: Die Lebensmittelindustrie versteckt Zucker gern hinter vielen verschiedenen Namen in den Zutatenlisten:

  • Glukose
  • Fruktose
  • Zucker
  • Ahornsirup
  • Molkepulver
  • Maissirup
  • Glukose-Fruktose-Sirup (Fruktoseanteil unter 50 Prozent)
  • Fruktose-Glukose-Sirup (Fruktoseanteil zwischen 50 und 90 Prozent)

Besonders häufig findet man Fruktose, Fruktose-Sirup oder Fruktose-Glukose-Sirup in Limonaden, Puddings, Säften, Müsli und Fertiggerichten. Auch alternative Süßungsmittel wie Dicksäfte und Honig haben einen hohen Anteil an Fruktose. Isoglukose kann zukünftig als Maissirup in der Zutatenliste auftauchen oder sich hinter den Begriffen Glukose-Fruktose-Sirup oder Fruktose-Glukose-Sirup verbergen.

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Interviewpartner

Dr. Björn Paschen, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie
Diabetologische Schwerpunktpraxis Harburg
Am Wall 1, 21073 Hamburg
Tel. (040) 557 75 33 00, Fax (040) 557 75 33 01
Internet: www.diabetologie-harburg.de

Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich, Pharmakologe
Studiengangsleiter Clinical Nutrition
Praxishochschule Rheine
Dutumer Straße 33, 48431 Rheine
Internet: www.praxishochschule.de
Blog: www.ernaehrungsmedizin.blog

Dr. Matthias Riedl, Internist, Diabetologe, Ernährungsmediziner             
Diabetes Zentrum Berliner Tor
Medicum Hamburg GbR
Beim Strohhause 2, 20097 Hamburg
Tel. (040) 80 79 79-0, Fax (040) 80 79 79-300
Internet: www.medicum-hamburg.de

Weitere Informationen:
Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.
Reinhardtstraße 31, 10117 Berlin
Internet: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
Arztsuche und viele weitere Informationen

Deutscher Diabetiker Bund e.V.
Goethestraße 27, 34119 Kassel
Internet: www.diabetikerbund.de
Selbsthilfe-Organisation

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Visite | 07.11.2017 | 20:15 Uhr

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