Stand: 07.11.2017 13:11 Uhr  | Archiv

Hormonspirale: Verhütungsmittel mit Risiken

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Die T-förmige Spirale wird in die Gebärmutter eingesetzt.

Ein modernes, sicheres Verhütungsmittel - so wirbt der Bayer-Konzern für seine Hormonspiralen, das ältere Modell Mirena und das neuere Modell Jaydess für jüngere Frauen. Im Jahr 2016 verdiente das Unternehmen mit diesen Produkten eine Milliarde Euro. Doch nicht jede Frau verträgt das von der Spirale abgegebene künstliche Hormon.

Hormon stoppt starke Regelblutung

Die Hormonspirale ist ein nur drei Zentimeter großer, T-förmiger Kunststoffkörper, der sich in der Gebärmutter festsetzt. Er kann als Verhütungsmittel, aber auch gegen starke Regelblutungen verwendet werden. Die Spirale gibt fünf Jahre lang Levonorgestrel ab - ein künstliches Gestagen, das dem natürlichen Gelbkörperhormon ähnelt. Es bewirkt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut zurückbildet. Die Blutung nimmt ab und bleibt oft ganz aus. So wird verhindert, dass sich ein befruchtetes Ei einnistet und es entlastet Frauen mit starken Blutungen. Außerdem können Spermien nicht mehr in die Gebärmutter vordringen, weil der dickflüssige Schleim am Muttermund die männlichen Samen blockiert.

Nicht ohne Nebenwirkungen

Häufig entscheiden sich Frauen für eine Hormonspirale, weil ihr Arzt behauptet, diese wirke nur lokal in der Gebärmutter. Doch circa fünf Prozent der Frauen mit einer Hormonspirale leiden unter Panik, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind massive Gewichtszunahme, nachlassende Libido, Brust- und Bauchschmerzen, Probleme mit Haut und Haaren sowie Sehstörungen. Doch viele Frauen ahnen nicht, dass die Hormonspirale für ihre Probleme verantwortlich ist. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben sich Hunderte Frauen gemeldet, die über solche psychischen Folgen berichten.

Stresshormon Kortisol erhöht

Frauen, die auf die Hormonspirale empfindlich reagieren, weisen einen erhöhten Blutspiegel des Stresshormons Kortisol auf. Bei ihnen kommt soviel künstliches Gelbkörperhormon aus der Spirale an, dass die eigene Östrogenproduktion gebremst wird. Das wiederum erhöht den Kortisolspiegel und beeinflusst die Stimmung.

Wenige Informationen beim Arzt

Die Hormonspirale wirkt als Medikament, wird aber behandelt wie ein Medizinprodukt, das ohne große Information eingesetzt wird. Es fehle an ärztlicher Aufklärung, sagen Experten: Der Hersteller gibt zu dem Produkt Patienten-Informationen heraus, die der Arzt den Frauen aber meist nicht aushändigt. Von Nebenwirkungen betroffene Frauen bleiben oft lange ahnungslos, was ihre Beschwerden verursacht. Lassen sie sich die Spirale entfernen, sind die Beschwerden meist verschwunden.

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Visite | 07.11.2017 | 20:15 Uhr

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