Stand: 12.12.2017 11:07 Uhr  | Archiv

Grippe: Experten raten zur Vierfach-Impfung

Eine neue Impf-Empfehlung gegen die Grippe sorgt aktuell für Aufsehen: Die Experten der Ständigen Impfkommission (Stiko) in Berlin sind von ihrer bisherigen Haltung abgerückt und raten nun zu einem Grippeimpfstoff, der nicht nur vor den Influenza-A-Viren und einem Influenza-B-Virusstamm, sondern zusätzlich vor einem weiteren Influenza-B-Virusstamm schützt.

Empfohlener Impfstoff bisher nur für Privatpatienten

In der Grippesaison 2015/16 war etwa jede zweite Influenza-Erkrankung in Deutschland auf einen Influenza-B-Stamm zurückzuführen, der nur in dem gegen vier Grippestämme wirksamen (tetravalenten) Impfstoff enthalten war. Dieser Impfstoff ist bereits seit der Grippesaison 2013/14 erhältlich, bisher aber nur für Privatpatienten und Beamte. Schon damals forderten viele Mediziner, den vierfachen Schutz als Kassenleistung zuzulassen. Doch das lehnten die Mitglieder der Stiko immer ab, mit der Begründung, dass erst im Verlauf des Jahres erkennbar sei, welche aktuellen Grippestämme in unseren Breiten die Grippesaison dominieren und im Impfstoff enthalten sein müssten. Sollte in dieser Grippesaison wieder der nicht im Dreifach-Impfstoff enthaltene Influenza-B-Stamm dominieren, bedeutet das erneut ein höheres Risiko für die damit geimpften Menschen.

Tetravalenter Impfstoff ist teurer

Die breiter wirksamen tetravalenten Impfstoffe sind teurer als die trivalenten, über die die Krankenkassen zudem exklusive Rabattverträge bis 2018 abgeschlossen haben. Ob der Vierfach-Impfstoff nach der neuen Empfehlung der Experten nun zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen wird, entscheidet sich also erst im kommenden Jahr.

Besserer Schutz auf eigene Kosten

Wer noch nicht geimpft worden ist, sollte sich nach dem Rat der Experten den tetravalenten Impfstoff spritzen lassen und die Kosten notfalls selber tragen. Allerdings kann der Arzt mit einer medizinischen Begründung, zum Beispiel einem besonderen Risiko, den Vierfach-Impfstoff auch gesetzlich versicherten Patienten verschreiben. Mit dem Kassenrezept bekommt der Patient den Impfstoff in der Apotheke kostenlos und kann ihn sich anschließend vom Arzt verabreichen lassen. Ohne besondere Begründung kann der Arzt ein Privatrezept ausstellen, mit dem der Patient das Medikament zunächst selbst bezahlt. 80 Prozent der Kosten bekommt er dann im Nachhinein von der Krankenkasse erstattet.

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Visite | 12.12.2017 | 20:15 Uhr

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