Sendedatum: 02.05.2016 21:00 Uhr  | Archiv

Feinstaub - die unsichtbare Gefahr

von Simona Dürnberg

Für das bloße Auge unsichtbar, für unsere Gesundheit eine Gefährdung: Feinstaub. Jährlich sterben 3,3 Millionen Menschen weltweit an den Folgen von Schadstoffen in der Luft. Wenn die Emissionen ansteigen wie bisher, kann sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 sogar verdoppeln - das ermittelte das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Wie entsteht Feinstaub?

Ruß aus dem Auspuff, Reifenabrieb oder Industrieabgase: Wir selbst produzieren die so gefährliche Staubmixtur. Neben Industrie und Verkehr sind vor allem häusliche Kleinfeuer und die Landwirtschaft eine der Hauptquellen für schlechte Luft. Mehr als 40 Prozent der durch Luftverschmutzung verursachten Todesfälle in Europa sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen. Durch Massentierhaltung und übermäßiges Düngen gelangt Ammoniak in die Atmosphäre und wandelt sich um in Stoffe, die dazu beitragen, dass sich Feinstaubpartikel bilden können.

Hohe Belastung in der Stadt

Menschen, die in Großstädten an viel befahrenen Straßen wohnen, sind besonders betroffen: Problematisch sind vor allem die winzigen Rußpartikel aus dem ungefilterten Dieselauspuff. Sie sind so klein, dass sie direkt von der Lunge in den Blutkreislauf wandern können.

In puncto Feinstaubbelastung sind Autofahrer übrigens nicht besser dran als Radfahrer - im Gegenteil: Ein fahrendes Auto saugt den Feinstaub förmlich an und bläst ihn über die Lüftung in den Innenraum. Radfahrer sind zwar hohen Kurzzeitbelastungen ausgeliefert, zum Beispiel beim Warten an der Ampel, doch sobald die Feinstaubquelle, also das qualmende Auto, weiterfährt, nimmt auch die Belastung wieder ab.

Vorsicht auch am Arbeitsplatz

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Gefährlicher Feinstaub aus Laserdruckern

Das Bundesumweltministerium ließ Tonerstaub aus Laserdruckern messen. Einige Modelle hatten hohe Emissionen. mehr

Eine weitere gefährliche Feinstaubquelle liefern Laserdrucker oder Kopierer - sie sind in den meisten Büros aber auch in vielen Privathaushalten im Einsatz. Diese Geräte stoßen im Betrieb Milliarden kleinster Teilchen aus, sogenannte Nanopartikel - und die sind gesundheitsgefährdend. Deshalb sollten derartige Maschinen niemals direkt am oder auf dem Schreibtisch stehen, sondern mindestens fünf Meter entfernt vom Arbeitsplatz. Am besten eignet sich jedoch ein speziell belüfteter Raum.

Die schweren Folgen des Feinstaubs

Feinstaub macht krank, das ist erwiesen. Epidemiologen halten es für unbestreitbar, dass es einen Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungenkrebs gibt. Es gibt ebenso Anzeichen dafür, dass Allergien und Nervenkrankheiten wie Alzheimer und Parkinson durch den Feinstaub gefördert werden. Der gefährliche Staub soll ebenfalls dafür verantwortlich sein, dass Babys früher und mit geringerem Gewicht zur Welt kommen. Einer Studie der Universität Düsseldorf zufolge erhöht Feinstaub obendrein das Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Wie können wir uns schützen?

Wer in Großstädten viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, braucht laut Umweltbundesamt nicht zwangsläufig eine Atemmaske tragen. Viel wichtiger ist es, den Verkehr als eine der maßgebenden Ursachen für Feinstaub langfristig zu reduzieren. Des Weiteren sollten Fenster an viel befahrenen Straßen tagsüber geschlossen bleiben - denn je nach Lage der Wohnung oder des Büros besteht normaler Hausstaub etwa zur Hälfte aus Feinstaub von draußen.

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Was wissen Sie über Staub?

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Dieses Thema im Programm:

plietsch. | 02.05.2016 | 21:00 Uhr

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