Stand: 05.03.2018 11:26 Uhr

Feinstaub: Gefahr für Lunge, Herz und Gefäße

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Feinstaub entsteht bei jeder Verbrennung, zum Beispiel im Automotor.

Die Diskussion über die Stickoxidbelastung durch unzureichend entgiftete Dieselmotoren und drohende Fahrverbote hat ein anderes Thema beinahe in den Hintergrund gedrängt: Feinstaub in der Luft steht im Verdacht, die Lunge und Blutgefäße zu schädigen. Stickoxide und Feinstaub treten oft gemeinsam auf, wodurch sich die schädliche Wirkung beider Substanzen verstärkt.

Einige Experten halten die Feinstaubbelastung für noch gefährlicher als das Reizgas Stickoxid. Allein in Deutschland sterben Schätzungen zufolge pro Jahr 35.000 Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung - zehn Mal so viele wie durch Verkehrsunfälle. Die größte Belastung lässt sich an großen Straßen und in Häfen messen. Doch der Wind kann Feinstaub aus Großstädten bis zu 500 Kilometer weit übers Land verteilen.

Partikel, die um Naseund Mund herumschwirren

Feinstaub: Gefahr für Lunge, Herz und Gefäße

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Feinstaub in der Luft steht im Verdacht, Lunge, Herz und Blutgefäße zu schädigen. An den Folgen sterben in Deutschland schätzungsweise 35.000 Menschen pro Jahr.

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Feinstaub entsteht beim Verbrennen

Feinstaub besteht aus Partikeln, die kleiner als ein Hundertstel Millimeter sind. Sie entstehen bei jedem Verbrennungsprozess, zum Beispiel in Motoren von Autos (Diesel und Benzin-Direkteinspritzer) und Schiffen, in Braunkohlekraftwerken, aber auch beim Abbrennen von Kerzen.

Ein Drittel des Feinstaubs besteht aus Teilchen, die durch chemische Reaktion verschiedener Substanzen entstehen. So reagiert zum Beispiel Stickstoffdioxid mit den Ammoniakemissionen aus der Intensivtierhaltung an der Luft zu Ammoniumnitrat. Auf diese Weise trägt auch die industrielle Landwirtschaft zur Feinstaubbelastung bei.

Bestandteile des Feinstaubs sind unter anderem Staub, Ruß, Metallpartikel und Chemikalien. Beim Verbrennen von billigem Schweröl in Schiffsmotoren entsteht Feinstaub, der viele krebserregende und entzündungsfördernde Stoffe enthält.

Feinstaub in der Lunge erhöht Krebsrisiko

Den inhalierbaren Feinstaub, das sind größere Teilchen bis zehn Mikrometer, fangen Haare und Schleim in der Nase beim Einatmen ab und transportieren ihn aus dem Körper. Der lungengängige Feinstaub bis 2,5 Mikrometer gelangt jedoch bis in die Lungen und setzt sich dort fest.

Experten vermuten, dass sich der Körper zunächst gegen die Stoffe wehrt. Gelangt jedoch zu viel Feinstaub in die Lunge, schafft er dies nicht mehr. Dadurch entstehen chronische Entzündungen, die das Krebsrisiko erhöhen können.

Eine Studie mit 5.000 Frauen aus dem Ruhrgebiet und Frauen, die auf dem Land leben, hat gezeigt: Wer großer Feinstaubbelastung ausgesetzt ist, hat ein niedrigeres Lungenvolumen. Zudem können die lungengängigen Partikel mit Rezeptoren in den Lungenbläschen interagieren und dadurch das vegetative Nervensystem beeinflussen.

Ultrafeine Partikel gelangen in den ganzen Körper

Ein Teil des Feinstaubs besteht aus ultrafeinen Partikeln (kleiner als 0,1 Mikrometer), die noch tiefer in den Körper eindringen. Gelangen sie in die Lungenbläschen, wo der Gasaustausch im Blut stattfindet, werden sie mit dem Blut in alle Organe transportiert. Dann sind vor allem die Blutgefäße und das Herz in Gefahr, denn auf Dauer können die Partikel auch dort zu chronischen Entzündungen führen. Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall können die Folgen sein. Auch Schäden im Gehirn sind denkbar. Die langfristigen Auswirkungen von Feinstaub auf die Gesundheit sind noch nicht ausreichend erforscht.

Belastung mit Feinstaub reduzieren

Vor einer Feinstaubbelastung kann man sich nur bedingt schützen. Wer aufs Auto oder eine Kreuzfahrt verzichtet, kann dazu beitragen, die Luftverschmutzung möglichst gering zu halten.

Bei der Anschaffung eines neuen Autos sollte auch der Schadstoffausstoß berücksichtigt werden. Alternative Antriebssysteme wie moderne Hybrid-, Elektro- oder Gasmotoren bieten hier Vorteile gegenüber Dieselmotoren oder Benzinmotoren mit Direkteinspritzung.

An großen Straßen und in Hafengebieten werden meist besonders hohe Konzentrationen von Feinstaub, Stickoxid und Ozon in der Luft gemessen. Dort sollte man möglichst weder joggen noch Rad fahren oder spazieren gehen. Insbesondere bei sportlicher Aktivitäte atmet man häufiger und tiefer ein - damit gelangen auch mehr Schadstoffe in die Lungen.

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