Stand: 17.11.2017 10:20 Uhr

Erkältungsmythen im Check

Schnupfen, Husten, Halsschmerzen - wer kennt das nicht? Zwei- bis viermal im Jahr bekommen Erwachsene im Durchschnitt eine Erkältung, Kinder erkranken noch häufiger.

Tim Berendonk hält einen grünen Smiley in den Händen.

Erkältungsmythen im Check

Mein Nachmittag -

Senken Quarkwickel das Fieber? Sollte man eine Erkältung beim Saunabesuch abwehren? Gehören Erkältete ins Bett? Tim Berendonk kann Mythen von Fakten unterscheiden.

1,18 bei 114 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Abwarten und Tee trinken

Hat einen die Erkältung erwischt, hilft vor allem Abwarten. Gegen die Symptome empfehlen viele Ärzte pflanzliche Medikamente. Bei frühzeitigem Einsatz können sie die Dauer der Erkältung verkürzen und Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen lindern. Auch Hausmittel wie Halswickel, Holunderbeerensaft und Salbeitee helfen gegen die Beschwerden. Außerdem haben Großeltern, Eltern und Bekannte meist jede Menge Ratschläge zur Abwehr und Behandlung von Erkältungen parat. Doch welche Tipps stimmen - und welche nicht? Unser Experte für Alltagswissen, Tim Berendonk, klärt auf.

Welche Aussagen stimmen - und welche nicht?

  • "Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage"

    Diese Weisheit stimmt. Eine Erkältung beginnt meist mit einem leichten Halskratzen, dann gesellen sich weitere Beschwerden wie Schnupfen und Fieber dazu und nach einigen Tagen bleibt noch das Gefühl von Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Das Abwehrmuster unseres Immunsystems ist dabei immer dasselbe: Feind erkennen und Abwehrzellen aktivieren, Bekämpfung der Angreifer, Reparatur von Zellschäden. Und das dauert im Durchschnitt neun Tage. Manchmal kann das Ganze nach drei bis vier Tagen vorbei sein, manchmal aber auch erst nach zwei Wochen.

  • "Ein Quarkwickel lindert Halsschmerzen und senkt Fieber"

    Das stimmt: Quark enthält jede Menge phosphorhaltiges Kasein, das entzündungshemmend ist und den Stoffwechsel anregt. Außerdem wirkt Quark schmerzlindernd und abschwellend. Im Halswickel sollte der Quark lauwarm sein, bei Fieberwickeln darf er kühlen.

  • "Zwiebelauflagen lindern Ohrenschmerzen"

    Die Zwiebel ist tatsächlich ein Allheilmittel. Die ätherischen Öle wirken desinfizierend und antibakteriell. Sie enthalten Sulfide, die eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen. Für eine Auflage wird die Zwiebel in Scheiben oder Würfel geschnitten, die roh oder erwärmt in ein dünnes Baumwolltuch oder Küchenpapier gegeben und leicht zusammengedrückt werden. Das Ganze dann etwa 20 Minuten auf die entsprechende Stelle legen.

  • "Erkältete gehören ins Bett"

    Diese Weisheit stimmt zumindest teilweise. Bei Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sollte man dem Ruheimpuls nachgeben und sich ins Bett legen. Wer sich aber fit fühlt und kein Fieber hat, dem tut frische  Luft gut. Der Sauerstoff aktiviert die Immunzellen und der Kreislauf wird angeregt.

  • "Warmes Bier hilft bei Erkältung"

    Auch das stimmt zumindest teilweise. Hopfen enthält ätherische Bitterstoffe, die beruhigend und teilweise antibakteriell wirken und den Schlaf fördern. Allerdings sollte alkoholfreies Bier verwendet werden, denn der Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Das Getränk sollte nicht über 40 Grad erhitzt werden, damit die wirksamen Stoffe erhalten bleiben.

  • "Ein grippaler Infekt ohne Fieber ist nicht ansteckend"

    Diese Annahme ist falsch. Wissenschaftler vermuten, dass ein Mensch, der Erkältungsviren aufgeschnappt hat, bereits ein bis zwei Tage vor Ausbruch der ersten Symptome andere anstecken kann. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in den ersten Tagen der Erkrankung. Beim Naseputzen, Niesen und Husten werden die Viren in der Luft verteilt und gelangen auch auf Gegenstände, wodurch sich andere anstecken können.

  • "Eine Erkältung sollte man in der Sauna ausschwitzen"

    Saunabaden ist zwar ein optimales Training für das Immunsystem - aber nur, wenn man gesund ist. Wer durch eine Erkältung geschwächt ist, verkraftet die hohen Temperaturen aber nicht gut. Im Gegenteil, die Abwehr wird geschwächt. In der heißen Luft vermehren sich die Keime zudem schneller. Der Infekt kann sich verschlimmern und der Erkrankte kann andere anstecken.

  • "Bei Husten immer die Hand vor den Mund halten"

    Wer in die Hand hustet, tut seinen Mitmenschen keinen Gefallen. Denn dadurch werden die Viren auf der Hand verteilt und im Anschluss auf alles übertragen, was der Erkrankte anfasst. Darüber können sich dann andere anstecken. Besser ist es, den Kopf zur Seite zu drehen und in die Armbeuge zu husten. Oder aber in ein Taschentuch, das dann entsorgt wird.

zurück
1/4
vor

 

Weitere Informationen

Schnelle Hühnersuppe mit Ingwer

Diese Suppe ist lecker, schnell gemacht und hilfreich bei Erkältungen. Einlage ist Hähnchenbrustfilet. Ingwer und Kurkuma sorgen für die nötige Schärfe. mehr

mit Video

Wie gefährlich ist die Grippe?

Eine Grippe verläuft wesentlich schwerer als eine normale Erkältung. Vor allem für ältere Menschen, aber auch für Schwangere und chronisch Kranke, wird eine Impfung empfohlen. mehr

Wie einer Erkältung vorbeugen?

Winterzeit ist Erkältungszeit - um uns herum schniefen und schnupfen die Menschen. Aber wie kann man es vermeiden, sich anzustecken? Plietsch verrät, welche Maßnahmen helfen können. mehr

Was tun, wenn eine Erkältung kommt?

Jetzt haben Schnupfen und Husten wieder Hochsaison. Wie kann ich einer Infektion vorbeugen und was hilft, um schnell wieder fit zu werden? Eine Auswahl hilfreicher Tipps. mehr

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 17.11.2017 | 16:20 Uhr

Mehr Ratgeber

04:01

Musical-Tipps aus Hamburg

16.12.2017 18:00 Uhr
Nordtour
28:44

Tipps zum Einkochen, Einwecken, Fermentieren

17.12.2017 16:30 Uhr
Iss besser!
02:42

Vögel richtig füttern

14.12.2017 16:20 Uhr
NDR Fernsehen