Stand: 20.01.2020 15:53 Uhr  - Visite

Epilepsie - Gewitter im Kopf

Mit einer Epilepsie zu leben, ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen sehr schwer. Denn noch immer ist dieses Anfallsleiden stigmatisiert. Es erregt Anstoß, wenn Menschen Anfälle haben, von denen sie hinterher selbst nichts wissen. Dabei ist diese Erkrankung relativ häufig: Etwa fünf bis zehn Prozent aller Menschen erleiden einmal im Leben einen epileptischen Anfall und mehr als 500.000 Menschen in Deutschland sind dauerhaft Epileptiker.

Epilepsie - Häufiger als gedacht

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Bei einem epileptischen Anfall bricht das komplexe Zusammenspiel der Nervenzellen im Gehirn zusammen. Fünf bis zehn Prozent aller Menschen erleiden einmal im Leben einen Anfall.

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Ursachen und Symptome von Epilepsie

Ein epileptischer Anfall entsteht, wenn das komplexe Zusammenspiel der Nervenzellen im Gehirn zusammenbricht. Das geschieht, wenn diese sich parallel und unkontrolliert elektrisch entladen - wie bei einem Gewitter in den Wolken.

Dauert die Bewusstseinsstörung nur wenige Sekunden, sprechen Ärzte von Absencen. Ein sogenannter Grand-mal-Anfall dehnt sich dagegen auf den ganzen Körper aus - es kommt zu Bewusstlosigkeit, rhythmischen Muskelzuckungen und Gedächtnisverlust.

Als Ursachen kommen unter anderem Hirnschädigungen durch einen Schlaganfall, Stoffwechselstörungen, hormonelle Schwankungen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Verletzungen oder Tumore in Frage.

Epilepsie kann auch im Alter auftreten

Das Tückische für Betroffene ist, dass sie nie genau wissen, wann der nächste Anfall auftritt. Es gibt Menschen, bei denen die Erkrankung lange Zeit nicht erkannt wird. Viele rechnen nicht damit, dass epileptische Anfälle auch im Alter erstmals auftreten können. Dazu kommt: Häufig sind die Symptome wie Schwindel, Kribbeln in den Händen oder Unwohlsein auf den ersten Blick nicht typisch für Epilepsie.

Wie gut ist Epilepsie behandelbar?

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Warum ist es so wichtig, die Diagnose möglichst schnell zu stellen? Dr. Stefan R. G. Stodieck aus Hamburg im Interview.

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Ist die erste Hirnstrom-Messung (EEG) unauffällig, kann ein Langzeit-EEG Aufschluss darüber geben, ob epileptische Anfälle auftreten. Die richtige Diagnose ist wichtig, weil man die Anfälle einerseits behandeln kann. Andererseits ist es wichtig, herauszufinden, ob dahinter eine andere Erkrankung steckt, die behandelt werden muss. Häufig führen Schädigungen von Nervenzellen zu dem Störfeuer, das einen Anfall auslösen kann.

So wird eine Epilepsie behandelt

Behandelt wird eine Epilepsie in der Regel mit Medikamenten, die die Krampfneigung herabsetzen. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten wie bestimmte Diäten oder eine gezielte Nervenstimulation. Einige Patienten können durch einen chirurgischen Eingriff geheilt werden. Dabei entfernen Neurochirurgen die für die Krampfanfälle verantwortlichen Gehirnareale.

Experten zum Thema

Dr. Stefan R. G. Stodieck, Chefarzt Neurologie
Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf gGmbH
Norddeutsches Epilepsie-Zentrum
Elisabeth-Flügge-Straße 1
22337 Hamburg
(040) 50 77 35 07
www.evangelisches-krankenhaus-alsterdorf.de

Priv.-Doz. Dr. Christoph Kellinghaus, Ärztlicher Leiter
Epilepsiezentrum Münster-Osnabrück
Standort Osnabrück
Leitender Oberarzt Klinik für Neurologie
Am Finkenhügel 1
49076 Osnabrück
www.ukm.de

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