Stand: 25.03.2015 08:40 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Lungenkrebs

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Zunächst im Studio, danach im Chat: Prof. Eckart Laack.

Lange war Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen mit einem Tumorleiden. Mittlerweile sterben in Deutschland aber mehr Frauen an Lungenkrebs. Auslöser ist vor allem das Rauchen. Auch bei den aggressiven Bronchialtumoren werden die Überlebens- und Heilungschancen aber immer besser. Grund sind vor allem neue molekulargenetische Diagnostikverfahren, die eine immer individuellere Behandlung zulassen.

Prof. Eckart Laack, Onkologe aus Hamburg, hat Ihre Fragen im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Angelika 1954: Wie sehen die Chancen aus, wenn der Lungenkrebs schon gestreut hat in den Kopf und die Leber? Sollte man dann trotzdem Bestrahlung und Chemotherapie machen? Bringt eine molekulare Testung da was?

Prof. Eckart Laack: Entscheidend ist der Tumortyp, ob eine molekulare Testung sinnvoll ist. Auch wenn Kopf und Leber betroffen sind, kann häufig noch gut behandelt werden.

polo: Kann man den Molekulartest auch nach bereits erfolgter Bestrahlung und erster Chemo durchführen?

Laack: Ja.

Sabine: Sabine: ist diese Therapie auch bei anderen Krebsarten möglich? In diesem Falle bei einem Lymphosarkom?

Laack: Ein Lymphosarkom ist eine seltene Erkrankung. Hier lohnt es sich aber, den Molekularpathologen zu fragen, ob er hier solch eine Testung durchführen kann. Möglicherweise übernimmt die Krankenkasse die Testung nicht.

Melli 74: Gibt es eine Therapie-Alternative zur Chemo beim kleinzelligen Bronchialkarzinom mit Lebermetastasen?

Laack: Nein. Aktuell ist beim kleinzelligen Typ die Chemotherapie die wichtigste Therapie. Eventuell sollte im Verlauf geprüft werden, ob auch nicht-kleinzellige Anteile vorliegen.

J.i.89: Machen diese Testungen alle Kliniken oder ist dies nur in Spezialkliniken möglich?

Laack: Die Testungen können von den behandelnden Ärzten, beim Pathologen, der das Gewebe hat, in Auftrag gegeben werden. Gegebenenfalls schickt der dieses weiter in ein Speziallabor.

Wilma 65Jahre: Kann man so eine Therapie beim Bauchspeicheldrüsenkrebs anwenden?

Laack: Teilweise werden sie beim Bauchspeicheldrüsenkrebs schon angewendet, jedoch spielt die molekulare Testung hier bisher keine Rolle.

Pascal_1991: Was muss meine Onkologin genau testen, um zu sehen, ob eine Behandlung mit Crizotinib bei mir hilft. Und kann sie mir einen solchen Test verweigern?

Laack: Bei einem Adenokarzinom der Lunge, das nicht operiert werden kann, sollte der Tumor auf EGFR, ALK und ROS 1 getestet werden. Dies wird sie Ihnen nicht verweigern.

Berit: Gibt es auch für die Krebsart Multiples Myelom eine neue Therapieform, die ähnlich funktioniert, wie die, die eben beschrieben wurde?

Laack: Ja, ähnliche neue Therapieansätze gibt es auch beim Myelom, jedoch gibt es hier keine Testung vor der Therapie.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 24.03.2015 | 20:15 Uhr

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