Stand: 03.11.2015 13:47 Uhr  | Archiv

Blutzuckermessung: Werte oft ungenau

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Eine ständige Blutzuckerkontrolle soll gefährlichen Unter- oder Überzuckerungen bei Diabetes vorbeugen.

Die Kontrolle über ihren Blutzuckerspiegel ist für Diabetiker lebenswichtig, vor allem wenn sie Insulin spritzen. Denn eine Unterzuckerung kann sehr gefährlich, sogar lebensbedrohend sein - aber auch ein häufig zu hoher Blutzuckerspiegel ist schädlich. Das Blutzuckermessgerät ist für Diabetiker deshalb ein unverzichtbares Hilfsmittel im Alltag und seine Werte sollten verlässlich und so genau wie möglich sein. Nur so kann der Patient die richtige Insulindosis spritzen, um seinen Blutzuckerspiegel im gesunden Rahmen zu halten. Doch immer wieder klagen Betroffene über große Abweichungen der Messwerte und sind verunsichert.

Blutzucker auch beim Arzt bestimmen lassen

Schuld ist meist die unterschiedliche Kalibrierung der Geräte. Es gibt zwar eine neue ISO-Norm, die ab 2016 verpflichtend ist, aber auch danach sind Abweichungen von bis zu 15 Prozent zulässig. Deshalb sollten Diabetiker ihren Blutzucker regelmäßig auch beim Arzt bestimmen lassen und das Laborergebnis mit den gleichzeitig ermittelten Werten des Messgerätes vergleichen. Zu Hause haben Diabetiker nur die Möglichkeit, ihr Gerät hin und wieder mit einer Kontrollflüssigkeit zu prüfen. Keinesfalls sollte man mehrere Geräte abwechselnd benutzen, denn die unterschiedlichen Werte verwirren nur und erlauben keine richtige Therapiesteuerung.

Teststreifen können auch Grund für Ungenauigkeiten sein

Doch häufig liegen die Messschwankungen gar nicht am Gerät, sondern an den verwendeten Teststreifen. Hier können von Charge zu Charge große Abweichungen auftreten, auch von Hersteller zu Hersteller. Unabhängige Kontrollen fehlen, Hersteller mit hohen Qualitätsstandards werfen Chargen mit abweichender Empfindlichkeit weg, andere Firmen nicht. Bei Anbruch einer neuen Teststreifen-Packung ist es deshalb sinnvoll, eine Kontrollmessung zum Vergleich der angezeigten Werte zu machen.

Alternative: Glukosemessung

Eine Alternative ist die kontinuierliche Glukosemessung über einen Sensor, der an der Haut festgeklebt wird. Dieser bestimmt den Zuckerspiegel nicht im Blut, sondern in der Zwischenzellflüssigkeit. Für den Arzt bieten diese Geräte den Vorteil, dass sie die Werte nicht nur anzeigen, sondern auch kontinuierlich aufzeichnen und dem Arzt zur Verfügung stellen. So hat der Arzt mehr Informationen zur Verfügung als bei herkömmlichen Messgeräten - und die Werte sind genauer. Allerdings sind die Sonden teuer und die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in Einzelfällen.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Guido Freckmann
Geschäftsführer
Institut für Diabetes-Technologie
Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH an der Universität Ulm
Helmholtzstraße 20
89081 Ulm
Internet: www.idt-ulm.de

Dr. Jens Kröger
Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie, Diabetologe DDG
Zentrum für Diabetologie Bergedorf
Glindersweg 80
21029 Hamburg-Bergedorf
Internet: www.diabeteszentrum-hamburg-ost.de

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