Stand: 20.02.2018 10:23 Uhr

Erschöpfung kann auf Addison-Syndrom hindeuten

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Erschöpfung ist ein unspezifisches Symptom, das in seltenen Fällen auf Morbus Addison hinweisen kann.

Morbus Addison ist eine seltene, aber schwere Erkrankung der Nebennierenrinde. Die Nebennieren sitzen wie Kappen auf den Nieren. In der Rinde der Nebennieren werden die lebenswichtigen Hormone Cortisol und Aldosteron produziert. Morbus Addison wird durch einen Mangel dieser Hormone ausgelöst und macht sich durch Symptome wie Braunfärbung der Haut, Erschöpfung und niedrigen Blutdruck bemerkbar. Unbehandelt verläuft Morbus Addison tödlich.

Eheemalige Morbus Addison-Patientin.

Erschöpfung, niedriger Blutdruck, Depression

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Bei der Addison-Krankheit produziert die Nebenniere zu wenig Hormone. Die Beschwerden wie Erschöpfung sind unspezifisch. Unbehandelt verläuft Morbus Addison tödlich.

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Nebennierenrinde produziert Cortisol und Aldosteron

In den Nebennieren werden die Hormone Cortisol und Aldosteron gebildet:

Das Stresshormon Cortisol ist für die Regulation von Stoffwechselprozessen verantwortlich, die dem Körper Energie zur Verfügung stellen. Es wirkt sich außerdem auf den Stoffwechsel von Knochen, Haut, Muskulatur und Bindegewebe aus und beeinflusst Appetit, Sexualtrieb und Psyche. In höheren Konzentrationen wirkt Cortisol entzündungshemmend.

Aldosteron reguliert den Natrium- und Wasserhaushalt des Körpers und spielt damit eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Blutdruckes und des Elektrolythaushaltes.

Ursachen für Hormonmangel

Die Ursache des Morbus Addison liegt in den Nebennieren oder im Gehirn:

  • Bei einer primären Nebenniereninsuffizienz beruht der Mangel an Nebennierenrindenhormonen auf einer Erkrankung der Nebennierenrinde, häufig ausgelöst durch Autoimmunerkrankungen.
  • Bei einer sekundären Nebenniereninsuffienz ist der Hormonmangel auf eine Störung des Regulationszentrums im Gehirn zurückzuführen. Sie kann die Folge von Schlaganfällen, Tumoren oder Schädelverletzungen sein.
  • Die tertiäre Nebenniereninsuffizienz ist die Folge einer dauerhaften Einnahme hochdosierter Kortisonpräparate.

Symptome der Nebenniereninsuffizienz

Erste Symptome der Erkrankung treten erst auf, wenn bereits etwa 90 Prozent der Nebennieren zerstört sind:

  • Braunfärbung der Haut ("Bronzekrankheit"), vor allem im Bereich der Mundschleimhaut
  • Appetit auf salzige Speisen
  • niedriger Blutdruck
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
  • Depressionen, Reizbarkeit, Apathie
  • bei Frauen Verlust des Schamhaars

Viele der Beschwerden sind unspezifisch und können vor allem bei einer langsam voranschreitenden Addison-Krankheit als Erschöpfungssyndrom oder Alterserscheinungen fehlgedeutet werden.

Diagnose der Addison-Krankheit

Typischerweise wird Morbus Addison erst in einer lebensbedrohlichen Addison-Krise diagnostiziert. Sie ist gekennzeichnet durch

  • Abfall des Blutdrucks bis zum Kreislaufversagen
  • drohende Austrocknung des Körpers
  • Fieber
  • niedrigen Blutzuckerspiegel
  • starke Bauchschmerzen

Diagnose per Blutuntersuchung

Zur Diagnose von Morbus Addison werden die Blutwerte der Salze Natrium und Kalium und der Hormone Cortisol und ACTH untersucht.

Im Rahmen eines sogenannten ACTH-Stimulationstests wird das Hypophysenhormon ACTH dem Körper von außen zugeführt und anschließend der Cortisolspiegel im Blut bestimmt. Steigt er an, ist die Nebenniere noch funktionsfähig und die Ursache liegt sehr wahrscheinlich in der Hypophyse. Bleibt der Cortisolspiegel hingegen trotz ACTH-Gabe niedrig, liegt die Störung in der Nebennierenrinde selbst - es liegt also eine primäre Nebennierenrindeninsuffizienz vor.

Mit Hilfe spezieller Antikörpertests kann eine Autoimmunerkrankung als Ursache der Erkrankung aufgedeckt oder ausgeschlossen werden.

Lebenslang Hormone einnehmen

Die Therapie des Morbus Addison besteht in der lebenslangen Einnahme der fehlenden Hormone. Die Betroffenen müssen dreimal täglich Hydrocortisol in Kombination mit Fludrocortisol einnehmen. Trotz lebenslanger Einnahme von Hormonen können die Erkrankten bei rechtzeitiger Behandlung ein normales Leben führen.

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Interviewpartner

Dr. Matthias Born, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Schlafmedizin
und Elke Born, Fachärztin für Innere Medizin
Helmstedter Str. 10, 39343 Beendorf
Tel. (039050) 23 27

Alexandra Stumpenhagen
Assistenzärztin der Endokrinologie/Diabetologie
III. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Tel. (040) 7410 0
Internet: www.uke.de

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