Stand: 04.12.2018 09:03 Uhr  | Archiv

Abenteuer Diagnose: Autoimmune Enteropathie

Eine Frau hält sich den nackten Bauch. © Fotolia Foto: abasler
Typische Folge der autoimmunen Enteropathie sind chronische Durchfälle.

Die autoimmune Enteropathie (AIE) ist eine seltene Darmerkrankung, die meist im Kindesalter auftritt. In den vergangenen Jahren wird aber immer öfter von betroffenen Erwachsenen berichtet. Bei der autoimmunen Enteropathie greift das körpereigene Abwehrsystem den eigenen Darm an und produziert Antikörper gegen bestimmte Eiweiße an der Oberfläche der Darmzotten. Typische Folge der autoimmunen Enteropathie ist chronischer Durchfall mit Gewichtsverlust und schlechtem Ernährungszustand. Oft leiden die Betroffenen zugleich auch an anderen Autoimmunkrankheiten.

Diagnose mit Darmspiegelung

Bei einer Darmspiegelung erkennt der Arzt Schleimhautveränderungen, die an eine Zöliakie erinnern. Experten nennen die Veränderungen Zottenatrophie, Kryptenhyperplasie und lymphozytärer Infiltration der Lamina propria. Anders als bei der Zöliakie treten aber die sogenannten intraepithelialen Lymphozyten nicht vermehrt auf. Zudem lassen sich im Labor in aller Regel Antikörper gegen Enterozyten und sogenannte Becherzellen (AGCA) nachweisen.

Therapie mit Immunsuppressiva

Bei autoimmuner Enteropathie beginnt die Therapie mit der Gabe von Kortison und einer intensiven unterstützenden Behandlung, um den körperlichen Abbau zu stoppen. In der Regel folgt eine langjährige Therapie mit Medikamenten, die das Immunsystem dauerhaft in Schach halten. Dazu gehören vor allem die Wirkstoffe Kortison, Cyclosporin A, Tacrolimus, Cyclophosphamid oder Infliximab.

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Experten zum Thema

Dr. Kai Straßmann, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe, Nephrologe
Aufderhöher Straße 120
42699 Solingen
Tel. (0212) 660 39
www.solimed.de

Prof. Dr. Henning Adamek, Direktor
Medizinische Klinik 2 (Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie)
Klinikum Leverkusen
Am Gesundheitspark 11
51375 Leverkusen
Tel. (0214) 13 26 76
www.klinikum-lev.de

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