Weihnachtsstern © Fotolia.com Foto:  zigzagmtart

Weihnachtsstern: Mit dieser Pflege bleibt er schön

Stand: 05.11.2021 16:40 Uhr

Weihnachtssterne schmücken im Winter viele Wohnzimmer. Bei guter Pflege halten die Pflanzen viele Jahre und die Blätter verfärben sich immer wieder rot. Worauf kommt es beim Gießen und Düngen an?

Der Weihnachtsstern - auch unter dem Namen Poinsettie, Euphorbia pulcherrima und Christstern bekannt - ist eine der beliebtesten Zimmerpflanzen. Dabei dauert die Verkaufssaison nur etwa acht Wochen. Ursprünglich stammt die Pflanze mit den markanten Hochblättern aus Mexiko. Dort wachsen Weihnachtssterne zu hohen Sträuchern heran. Seit Jahrzehnten arbeiten Züchter daran, sie als kleinwüchsige Exemplare für den Topf weiterzuentwickeln.

Rote Blätter des Weihnachtssterns sind keine Blüten

Weihnachtssterne in verschiedenen Farben © dpa Foto: Alejandra Rodriguez
Es muss nicht immer Rot sein. Weihnachtssterne gibt es in vielen verschiedenen Farben.

In Deutschland gibt es den Weihnachtsstern seit mehr als 100 Jahren. Er wird in Gewächshäusern gezüchtet und kommt ab Anfang November in den Verkauf. Die Farbvielfalt ist groß und nimmt ständig zu: von Rot über Lachsrosa bis zu Gelb und Cremeweiß. Bei dem farbigen Teil der Pflanzen handelt es sich übrigens nicht um Blüten, sondern um verfärbte Hochblätter. Die Blüten selbst sind eher unscheinbar. Sie sind klein, gelb und sitzen in der Mitte der Hochblätter.

Weihnachtssterne kaufen: Darauf sollten Sie achten

Der Weihnachtsstern ist trotz seines filigranen Aussehens recht pflegeleicht und robust. Beim Kauf sollten die gelbgrünen Blüten zwischen den farbigen Hochblättern knospig sein. Sind die meisten bereits geöffnet oder gar abgefallen, haben diese Pflanzen ihre Blütezeit bereits hinter sich. Beim Transport muss der Weihnachtsstern gut verpackt werden, denn er reagiert empfindlich auf Kälte. Stände, die ihn im Freien verkaufen, deshalb besser meiden.

Der richtige Standort

Als tropische Pflanze bevorzugt der Weihnachtsstern einen warmen und hellen Standort. Direkte Sonneneinstrahlung verträgt er nur in Maßen und auf kalte Zugluft reagiert er empfindlich. Dann kann es passieren, dass der Christstern seine Blätter verliert und sogar eingeht. Eine Raumtemperatur zwischen 18 und 20 Grad ist optimal.

Weihnachtsstern pflegen: Richtig gießen und düngen

Staunässe verträgt der Weihnachtsstern gar nicht. Im Zweifel die Erde eher zu trocken als zu feucht halten. Besonders empfehlenswert ist das Wässern im Tauchbad. Dazu den fast trockenen Wurzelballen aus dem Übertopf nehmen und einige Minuten in Wasser tauchen. Dann die Pflanze hochnehmen, überschüssiges Wasser ablaufen lassen und zurück in den Übertopf stellen. Während der Blütezeit und der Wachstumsphase im Frühling und Sommer den Weihnachtsstern mit einem Volldünger etwa alle ein bis zwei Wochen gießen.

Weihnachtsstern umtopfen

Weihnachtssterne muss man nicht jedes Jahr neu kaufen, sie halten bei guter Pflege viele Jahre und wachsen zu ansehnlichen Sträuchern heran. Sorten mit dunklem Laub sind haltbarer als helllaubige. Damit die Pflanzen sich gut entwickeln können, sollten sie nach dem Kauf oder zu Beginn der Wachstumsphase im April umgetopft werden. Denn oftmals werden sie im Handel in minderwertiger Erde verkauft oder wurden mit Wachstumshemmern behandelt, die dafür sorgen, dass die Pflanzen klein bleiben. Als Substrat eignet sich Kakteenerde, da sie Wasser weniger gut speichert und so Staunässe entgegenwirkt.

So verfärben sich die Blätter wieder rot

Ein rotes Weihnachtssternblatt inmitten von grünen Blättern. © NDR / Foto: Anja Deuble
Weihnachtssterne sehen das ganze Jahr über hübsch aus.

Hat der Christstern im Frühjahr alle farbigen Hochblätter verloren, wachsen im Sommer zunächst tiefgrüne Blätter nach. Damit diese sich wieder naturgemäß verfärben und sich neue Blüten bilden, darf die Pflanze im Herbst pro Tag maximal zwölf Stunden Licht abbekommen. Ab Oktober sollte sie deshalb etwa zwei Monate lang entweder in einem Raum stehen, der ab dem frühen Abend dunkel ist oder täglich für mindestens 12 bis 14 Stunden mit einem Karton oder Eimer abgedeckt werden. In der warmen Jahreszeit kann die Pflanze übrigens auch draußen stehen - am besten im Halbschatten.

Milchsaft der Weihnachtssterne leicht giftig

Da Weihnachtssterne zu den Wolfsmilchgewächsen gehören, tritt beim Schnitt eine weiße Flüssigkeit aus dem Stiel. Dieser Milchsaft ist leicht giftig und kann zu Hautreizungen oder vergiftungsähnlichen Erscheinungen wie Übelkeit oder Bauchschmerzen führen. Für Erwachsene ist der Kontakt mit dem Milchsaft unbedenklich, eine kritische Dosis ist nicht bekannt. Kinder und besonders Kleintiere reagieren jedoch empfindlich auf das Pflanzengift. Im Notfall als Erste Hilfe reichlich trinken. Bei der Aufnahme größerer Mengen sollte man Kohletabletten einnehmen. Gegebenenfalls den Arzt aufsuchen.

Weihnachtssterne durch Stecklinge vermehren

Ein selbst gezogener Weihnachtsstern. © NDR / Foto: Anja Deuble
Aus einem Steckling wird bei guter Pflege schnell eine schöne Zimmerpflanze mit sattgrünen Blättern.

Wer einen Weihnachtsstern vermehren möchte, kann dies mithilfe von Stecklingen tun. Diese sollten vier bis fünf Blätter haben und sofort nach dem Schneiden in ein Glas mit warmem Wasser gestellt werden, damit der Fluss des austretenden Milchsaftes gestoppt wird. Die Stecklinge anschließend in Anzuchterde setzen, die mit grobem Sand vermischt wurde. Ein Wurzeltriebmittel beschleunigt das Angehen der Stecklinge.

Für die Vase und als Tischdekoration geeignet

Ein mit Goldkugeln und Christsternen geschmückter Kranz aus Tannenzweigen. © Colourbox
Auch im Adventskranz sehen Weihnachtssterne toll aus.

Bevor die Zimmerpflanze in den 50er-Jahren ihren Siegeszug in die Wohnzimmer antrat, war der Weihnachtsstern vornehmlich als Schnittblume erhältlich. Auch heute noch macht er sich in der Vase gut. Für eine möglichst lange Lebensdauer von bis zu zwei Wochen die Stängel nach dem Anschneiden für etwa 15 Minuten in heißes Wasser stellen oder über eine Kerzenflamme halten, lautet der Expertentipp. Das verhindert das Herauslaufen des Milchsafts. Anschließend kommen sie in frisches Wasser, das zuvor mit einem Blumen-Frischhaltemittel angereichert wurde.

Weihnachtssterne eignen sich als Mitbringsel oder festliche Tischdekoration, etwa in einem Kranz. Sogenannte Minis lassen sich zum Beispiel als Platzkarten einsetzen, die Gäste später als Erinnerung mitnehmen können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Die Zarten im Garten | 26.11.2020 | 08:00 Uhr

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