Stand: 13.08.2019 14:56 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen  | Archiv

Buchsbäume durch Stecklinge vermehren

Ein Buchsbaum-Rissling © NDR Foto: Udo Tanske
Stecklinge fürs Beet sollten im unteren Teil leicht verholzt sein.

In der Anschaffung sind Buchsbäume relativ teuer. Wer ein bisschen Geduld hat, kann sie aber recht einfach durch Stecklinge selbst vermehren. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Sommer beziehungsweise Spätsommer. Besonders geeignet sind Triebe, die im unteren Bereich bereits zu verholzen beginnen. Am einfachsten ist es, die Stecklinge direkt ins Beet zu pflanzen. Für diese Methode können relativ große Stecklinge verwendet werden.

Holzkohlestaub desinfiziert Schnittstellen

Die am besten mit einem scharfen, sauberen Messer abgeschnittenen Triebe auf eine Länge von zehn bis 15 Zentimeter zurechtschneiden. Am unteren, holzigen Teil kleine Äste und Blätter bis zur Hälfte des Stecklings abreißen, am oberen Teil einige Blätter und überschüssige Triebe entfernen oder einkürzen, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren. Um einen Befall mit Pilzen und Bakterien zu vermeiden, die Schnittstelle des Triebes in zerriebene Holzkohle tauchen. Der Holzkohlestaub wirkt desinfizierend.

Stecklinge ins Beet pflanzen

Buchsbaumrißlinge im Boden © NDR Foto: Udo Tanske
Buchs kann leicht durch Stecklinge vermehrt und ins Beet gepflanzt werden.

Ein Beet im schattigen Teil des Gartens gut auflockern und Sand unter die Erde mischen, falls diese zu lehmig ist. Die Stecklinge schräg ins Beet stecken und anschließend gießen. Etwa ein Drittel bis die Hälfte jedes Stecklings muss mit Erde bedeckt sein. Die Buchsbaum-Stecklinge benötigen gleichmäßig feuchte Erde, Staunässe vertragen sie nicht, dann beginnen sie zu faulen. Wer nicht die Zeit hat, ständig zu gießen, legt eine gelochte Folie oder ein Vlies auf. Dann muss jedoch hin und wieder geprüft werden, ob Schimmel entstanden ist. Im Winter die jungen Pflanzen bei frostfreiem Wetter gießen und eventuell mit Reisig vor Frost schützen. Im Frühjahr können die jungen Buchsbäume umgepflanzt werden.

Stecklinge im Topf ziehen

Zimmergewächshaus mit Saatgut © NDR
Buchs-Stecklinge können auch im Mini-Gewächshaus gezogen werden.

Alternativ kann man Stecklinge auch im Topf beziehungsweise im Gewächshaus ziehen. Dafür von einem abgeschnittenen Trieb kleine Seitentriebe abreißen, wie bei den langen Stecklingen überschüssige Triebe und Blätter entfernen und Holzkohle auf die Schnittstellen bringen. Die Stecklinge kommen dann in einen mit Anzuchterde gefüllten Topf. Um ein Kleinklima zu schaffen, das beim Anwachsen hilft, zusätzlich eine durchsichtige Plastikfolie spannen oder ein Mini-Gewächshaus mit durchsichtigem Deckel verwenden. Die Stecklinge an einen halbschattigen Platz im Garten stellen und das Gewächshaus regelmäßig lüften. Die Erde darf nicht austrocknen. Den Winter sollten die Stecklinge an einem frostgeschützten Ort verbringen, etwa in einem hellen Keller.

Die Vermehrung über Stecklinge klappt bei ganz vielen Pflanzen: zum Beispiel bei Geranien, Lavendel oder auch Oleander.

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