Buchsbaum mit verblichenen Blättern und kahlen Trieben © mfg film

Buchsbaum-Triebsterben: Was hilft gegen die Pilz-Krankheit?

Stand: 15.02.2021 15:34 Uhr

Dunkle Streifen an den Trieben, braune Blätter und am Ende eine kahle Pflanze: Der Pilz Cylindrocladium buxicola befällt Buchsbäume und ist äußerst aggressiv. Was hilft gegen den Befall?

Der Pilz grassiert seit 2004 in Deutschland und befällt ausschließlich Pflanzen aus der Familie der Buchsbaumgewächse. Die Krankheit ist unter dem Begriff Buchsbaum-Triebsterben bekannt.

Wie kommt es zum Befall durch Cylindrocladium buxicola?

Wie alle Pilze breitet sich auch Cylindrocladium buxicola besonders bei feuchter Witterung und Temperaturen um die 20 Grad aus. Sind die Blätter des Buchsbaums mehrere Stunden lang nass, kann der Pilz auskeimen und in das gesunde Gewebe der Pflanze hineinwachsen. Die Folge: Flecken auf Blättern und Trieben, die später abfallen beziehungsweise absterben. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich an der Unterseite der Blätter ein weißer Belag. Über Wasserspritzer verteilen sich die Sporen des Pilzes auf weitere Teile der Pflanze. Auch bereits abgefallene Blätter sind ein Problem. Auf ihnen können sogenannte Dauersporen im Boden bis zu vier Jahre überleben.

Wie behandelt man befallene Buchsbäume?

Zugelassene Mittel zur Bekämpfung des Pilzes gibt es nicht. Ist ein Buchsbaum befallen, müssen die gesamte Pflanze und das herabgefallene Laub vernichtet werden - und zwar im Restmüll, durch Verbrennung oder professionelle Kompostierung. Auf keinen Fall dürfen Pflanzenreste auf dem Komposthaufen landen, da sich der Pilz dort weiter verbreiten kann. Außerdem ist es ratsam, die oberste Erdschicht abzutragen und ebenfalls zu entsorgen. Bei der Gartenarbeit verwendetes Werkzeug sowie Schuhe und Hände sollten gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Wie kann man einem Pilzbefall vorbeugen?

Verschiedene akkurat zurechtgeschnittene Buchsbäume. © NDR
Buchsbäume sollten möglichst luftig und sonnig stehen, damit sie nach Regen schneller trocknen.

Wichtig sind ein luftiger, möglichst sonniger Standort und eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung. Den Buchsbaum immer von unten gießen und niemals über die Blätter, damit diese nicht unnötig feucht werden. An feuchtwarmen Sommertagen auf einen Rückschnitt verzichten, denn verletzte Blätter machen dem Pilz das Eindringen besonders leicht. Durch eine Kalidüngung im Spätsommer härten die Triebspitzen besser aus und werden resistenter gegen den Pilz. Vorbeugend kann man gesunde Pflanzen auch mit handelsüblichen Fungiziden für Haus- und Kleingärtner behandeln.

Bei Neupflanzungen macht es Sinn, auf die Sorte zu achten, denn Buchsbäume sind verschieden stark anfällig. Als hochanfällig gelten die weit verbreiteten Sorten "Suffruticosa" und "Blauer Heinz", weniger empfindlich sind "Arborescens", "Herrenhausen" und "Faulkner".

Pilz nicht immer Ursache für Buchsbaum-Triebsterben

Bevor Sie eine befallene Pflanze entsorgen, sollten Sie sicher sein, dass sie wirklich mit Cylindrocladium buxicola befallen ist und einen Experten zu Rate ziehen. Nicht jedes Triebsterben wird nämlich durch diesen Pilz verursacht, andere Pilze oder ein starker Befall mit Schildläusen können ähnliche Folgen haben.

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