Stand: 27.04.2018 11:20 Uhr  | Archiv

Brummen und fressen: Die Maikäfer sind da

Drei Maikäfer auf einem Zweig mit angefressenen Blättern. © imago/imagebroker
Junge, zarte Blätter sind die Lieblingsspeise der Wald-Maikäfer.

Der Mai ist gekommen - und mit ihm die Maikäfer. Die großen, braunen Käfer gelten als Symbole für den Frühling. Viele Jahre waren sie allerdings kaum noch in der Natur zu sehen. Inzwischen sind sie wieder weit verbreitet. Bereits Ende April seien zahlreiche Tiere im Süden Niedersachsens unterwegs gewesen, so der Naturschutzbund (NABU). Maikäfer-Plagen wie in den 1950er- und 60er-Jahren drohen nach Ansicht von Experten aber nicht.

Armer Maikäfer: Stimmt das Image?

Die langsam bis träge wirkenden Maikäfer, die manchmal scheinbar hilflos auf dem Rücken liegen, sind die wohl bekanntesten Vertreter ihrer Art. Dazu trägt auch bei, dass sie in Kinderbüchern vorkommen und als Schoko-Süßigkeit in Supermarkt-Regalen liegen. Waldbesitzer sehen Maikäfer allerdings kritisch: Als Wald-Maikäfer bevorzugen die Tierchen Eichen und Buchen, manchmal auch Hainbuchen-Hecken und Obstbäume. Treten sie in Massen auf, fressen sie die jungen Blätter ganzer Bäume und Areale ab. Die Bäume überstehen den Fress-Angriff zwar und bekommen im Juni neue Blätter, werden aber geschwächt.

Im Norden leben Feld-Maikäfer

Feld-Maikäfer im Flug. © BUND Hessen Foto: Herwig Winter
Der Flug der Maikäfer reicht meist nur bis zum nächsten Grün.

In Süddeutschland richte der Wald-Maikäfer große Schäden an, so Rainer Hurling von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen. Im Norden komme er dagegen kaum vor. Dort ist der Feld-Maikäfer verbreitet. Er wird mit 2,5 bis 3 Zentimetern etwas größer als die Artgenossen im Wald und lebt überwiegend in Wiesen. Die Schäden dort seien gering und lokal begrenzt, erklärt Thomas Brand von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Laien können die beiden Arten aus der Familie der Blatthornkäfer kaum unterscheiden.

Auf und Ab im Maikäfer-Rhythmus

Ein Maikäfer-Leben findet überwiegend unter der Erde statt. Nur alle vier Jahre kommen die Tiere im Frühjahr in Massen aus dem Boden und entwickeln für rund vier Wochen einen unbändigen Hunger auf frisches Grün. In dieser Zeit paaren sich die Käfer. Während die Männchen kurz danach sterben, graben sich Weibchen etwa 25 Zentimeter tief in den Boden und legen dort Dutzende Eier ab. Nun sind die Maikäfer scheinbar wieder verschwunden. Nach wenigen Wochen schlüpfen aus den Eiern jedoch Larven, sogenannte Engerlinge. Sie leben - je nach Region - für etwa vier Jahre im Boden und ernähren sich von Wurzeln. In Massen schädigen sie damit Wiesen und junge Baumbestände. Erst dann kommen sie im Frühjahr als Maikäfer aus der Erde und der nächste Zyklus beginnt. Das erklärt, warum es in manchen Jahren so scheint, als seien die Tiere ausgestorben.

Rätselhafte Massenvermehrung

Ein Maikäfers sitzt auf einem Blatt. © NDR Foto: Carola Weihrauch aus Kühlungsborn
Die braunen Krabbler können bis zu drei Zentimeter groß werden.

Etwa alle 40 bis 50 Jahre kommt es in Maikäfer-Regionen zu einer Massenvermehrung. Dann krabbelt ein Vielfaches der sonst üblichen Käfer aus dem Boden und richtet erhebliche Schäden in Wäldern an. Eine eindeutige Erklärung für dieses Phänomen haben Wissenschaftler nicht. Da Maikäfer sehr robust sind und lange unter der Erde leben, lassen sie sich mit Pflanzenschutzmitteln kaum bekämpfen. Natürliche Feinde wie Maulwurf und Spitzmaus greifen die Engerlinge jedoch im Boden an.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 03.09.2017 | 19:30 Uhr

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