Stand: 03.09.2020 16:12 Uhr

Eine Feldsteinmauer für den Garten

Eine bewachsene Feldsteinmauer © imago stock&people
Eine Trockenmauer aus Feldsteinen ist dekorativ und ökologisch wertvoll.

Es muss nicht immer ein Holz- oder Drahtzaun sein, der ein Grundstück begrenzt. Eine Trockenmauer aus Feldsteinen ist optisch eine Bereicherung für jeden Garten. Die Steine liegen dabei trocken aufeinander, Mörtel kommt nicht zum Einsatz. Die Mauer kann bepflanzt werden und so eine ökologische Nische im Garten bilden. Die Spalten zwischen den Steinen bieten Pflanzen und Insekten Lebensraum. Diese Art von Mauer wird im Norden in manchen Regionen auch Friesenwall genannt und ist typisch norddeutsch.

VIDEO: Eine Trockenmauer aus Feldsteinen (7 Min)

Trockenmauer planen und das Fundament vorbereiten

Bei der Planung als Erstes klären, ob es landesrechtliche Bestimmungen für den Bau von Trockenmauern gibt. Eine freistehende Feldsteinmauer benötigt Platz. Die Breite des Mauerfußes sollte mindestens ein Drittel der geplanten Höhe haben. Es wird zudem eine Mindestbreite von 40 Zentimetern empfohlen. Nach oben hin verjüngt sich die Mauer. Wer höhere Mauern bauen möchte, benötigt einen Statiker.

Nach Festlegung der Höhe und Breite beginnt die Arbeit am Fundament. Dazu den Bereich je nach Breite und Höhe der Mauer mindestens 20 bis 40 Zentimeter tief ausschachten und anschließend mit Schotter befüllen. Diese Schottertragschicht wird zum Beispiel mit einer Rüttelplatte verdichtet, um ein tragfähiges Fundament zu bilden.

Materialbedarf für eine Feldsteinmauer

Rund 25 Tonnen Feldsteine liegen auf dem Platz vor einem Garten © NDR/nonfiction planet
Auch für das Material der Feldsteinmauer muss bei den Bauarbeiten Platz sein.

Bei einer Mauer, die 15 Meter lang und mehr als einen Meter hoch werden soll, benötigt man mehr als 20 Tonnen Feldsteine unterschiedlicher Größe. Die Menge variiert je nach Breite und Höhe der Mauer. Wer solche größeren Feldsteinmauern plant, sollte sich auch wegen des Materialbedarfs von einem Profi beraten lassen. Feldsteine gibt es zum Beispiel in Kieswerken. Ist ein Friesenwall in kleinerem Maßstab geplant, ist der Materialbedarf deutlich geringer. Da kann es sich lohnen, bei Landwirten zu fragen, ob man größere Steine von deren Feldern wegsammeln darf.

Die Mauererarbeiten am Friesenwall

Zwei große Steine liegen an der äußeren Grenze der zukünftigen Mauer. © NDR/nonfiction planet
Die Schnüre zwischen den Schablonen helfen dabei, dass die fertige Mauer die richtige Neigung hat.

Gerade bei längeren Mauern ist es sinnvoll, zuerst eine Art "Schablone" zu bauen: Aus Holzlatten werden maßstabsgerecht Querschnitte durch den Mauerkörper erstellt: Höhe, Mauerkrone, Mauerfuß. Zwischen den Schablonen gespannte Schnüre helfen dabei, die Steine der Mauer richtig zu schichten.

An die Außenseiten des Mauerfußes kommen die größten und schwersten Steine. Innen können kleinere als Füllmenge dienen. Gerade bei größeren Mauern macht es Sinn, als Hilfsmittel einen kleinen Bagger zu verwenden, um die schweren Steine zu bewegen.

Zwei Männer schichten Feldsteine auf die Mauer. © NDR/nonfiction planet
Die Steine sind so zu schichten, dass sie bei Erschütterungen nicht verrutschen.

Wichtig ist, dass in jeder Reihe in gewissen Abständen sogenannte Binder-Steine liegen, die länger als die benachbarten Steine sind. Sie ragen in die dahinterliegende Steinschicht hinein und haben die Wirkung eines "Stein-Dübels". So bekommt die Mauer Stabilität. Schließlich muss die Trockenmauer auch Erschütterungen standhalten, falls etwa Kinder versuchen, darüber zu klettern. Im Prinzip muss die Mauer so stabil geschichtet sein, dass kein Stein herunterfallen kann.

Pflanzen für eine Trockenmauer: Sedum und Hauswurz

Sedum wächst zwischen Steinen einer Trockenmauer. © NDR/nonfiction planet
Genügsame Pflanzen wie Sedum eignen sich perfekt für Trockenmauern.

Bei der Auswahl der Pflanzen kommt es auf den Standort sowie den gewünschten Pflegeaufwand an. Für pflegeleichte Trockenmauern ist es ratsam, Steingartengewächse zu wählen. Sie sind genügsam, kommen mit wenig Wasser aus und vertragen viel Sonne. Hauswurz, Dachwurz und Fetthenne (Sedum) bevorzugen Süd- oder Südwestlagen, haben einen hohen Lichtbedarf und sind extrem robust. Sedum ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Dickblattgewächse. Die Pflanzen sind perfekt geeignet für karge, trockene Böden - wie etwa auf Gründächern. Da sie Sukkulenten sind, speichern sie Wasser und benötigen im Prinzip auch bei Trockenheit kein Gießwasser.

Beim Pflanzen helfen Stücke eines alten Jutesackes: Hier kommt das Pflanzsubstrat aus Blähton und Pflanzerde sowie die Pflanze hinein. Diese wird dann zwischen die Steine gesetzt und leicht mit Steinen befestigt. So bekommt die Pflanze Halt. Die Steingartengewächse können nicht nur auf der Mauerkrone gepflanzt werden, sondern auch durchaus in Spalten an der Front. Mit der Zeit breiten sich die Pflanzen auf der ganzen Mauer aus. Deshalb gilt auch hier: weniger ist mehr. Am Anfang sollte man noch etwas gießen. Später kommen die Pflanzen mit Regen und Luftfeuchtigkeit zurecht.

Weitere Informationen
Was vorher eine schlichte Palette war, glänzt nun als nostalgischer Gartenzaun. © NDR Foto: Isabell Hayn

Einen Zaun aus Einweg-Paletten bauen

Wie ein kleiner Paravent kann der Zaun als Blickfang oder als Sichtschutz aufgestellt werden. Aber auch als Zierzaun eignet sich die umfunktionierte Einweg-Palette. mehr

Fitis sitzt auf einem blühenden Schlehenzweig © picture alliance / blickwinkel Foto: W. Buchhorn/F. Hecker

Eine Hecke für Vögel und Insekten pflanzen

Wer eine Hecke aus heimischen Sträuchern pflanzt, hat einen dekorativen Sichtschutz und schützt außerdem die Natur. mehr

Eine Schubkarre mit mehreren Beerensträuchern steht vor einem Zaun.  Foto: Udo Tanske

Eine Hecke aus Wildbeerensträuchern pflanzen

Eine Hecke aus Wildbeerensträuchern bietet Sichtschutz und ist hübsch anzusehen. Mensch und Tier profitieren von ihr. Gärtner Peter Rasch zeigt, wie heimische Sorten gedeihen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Garten-Docs | 04.09.2020 | 21:15 Uhr

Mehr Gartentipps

Verblühte Samenstände einer Pfingstrose © NDR

Verblühte Pfingstrosen im Sommer schneiden und düngen

Nach der Blüte sollten Gärtner Verwelktes abschneiden. Dann steckt die Pflanze ihre Energie in die Wurzelbildung. mehr

Ein Iris-Blütenmeer © pavlobaliukh / fotolia Foto: pavlobaliukh

Gartentipps für Juni

Im Juni ist es Zeit für den Rückschnitt von Hecken und Rosen. Manchen Pflanzen droht ein Befall mit Pilzkrankheiten. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr