Stand: 15.04.2020 09:53 Uhr

Pflanzen und Bäume im Frühling vor Frost schützen

Gärtner Peter Rasch stülpt Topfe über junge Gemüsepflanzen auf dem Beet.
Viele junge Gemüsepflanzen vertragen keinen Frost.

Im Frühling mag niemand mehr etwas von Frost hören. Und doch ist das Thema für Pflanzenliebhaber wichtig. Bis zu den Eisheiligen, das ist der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai, kann es zu Bodenfrost kommen. Kälteempfindliche Pflanzen im Gemüsebeet, Sommerblumen, mediterrane Pflanzen wie Oliven- oder Zitronenbaum und Oleander benötigen dann Schutz vor Kälte.

Frostschutz für empfindliche Pflanzen: Tricks und Tipps

Ein Wäscheständer steht auf einem Beet.
Ein Wäscheständer kann zum Gewächshaus umgewandelt werden.

Bei allen Frostschutzmaßnahmen ist wichtig, dass die Abdeckungen morgens entfernt werden, sobald die Temperaturen über fünf Grad steigen. Das gilt insbesondere für Pflanzen, die von Bienen und Hummeln bestäubt werden. Geeignet sind folgende Methoden:

  • Mehrere Pflanzen im Beet können mithilfe eines Wäscheständers geschützt werden. Dieser dient als Gerüst für ein provisorisches Gewächshaus. Über den Wäscheständer einfach wärmespeicherndes Material wie Wolldecken, Folie oder Gartenvlies hängen.

  • Einzelne Pflanzen lassen sich - je nach Größe - gut durch das Überstülpen von Gläsern, Bechern, Schüsseln oder Eimern schützen. Auch Plastik- oder Papiertüten eignen sich. Plastiktüten sollten einige kleine Löcher haben, dann überhitzen die Pflanzen bei Sonnenschein nicht so schnell.

  • Ein großer Karton schützt Balkonkästen mit empfindlichen Sommerblumen oder mediterrane Pflanzen.

Geöffnete Blüten von Obstbäumen vertragen keinen Frost

Detailaufnahme einer Apfelblüte an einem Apfelbaum. © photocase Foto: nailiaschwarz
Kleine Obstbäume lassen sich bei Nachtfrostgefahr am einfachsten mit einer Decke oder mehreren Lagen Gartenvlies schützen.

Bei Obstbäumen kann später Frost besonders große Schäden anrichten. Solange sie im Winterschlaf sind, macht ihnen die Kälte nichts aus. Sobald sie Blütenknospen und Triebe angesetzt haben, können Minusgrade eine verheerende Wirkung haben. Unter Umständen kann sogar die gesamte Ernte in Gefahr sein. Als Faustregel gilt: Geschlossene Knospen vertragen minus vier Grad. Wenn die Blütenblätter schon zu sehen sind, liegt eine Temperatur von minus zwei Grad noch im Toleranzbereich und bei offenen Blüten liegt die Grenze bei null Grad.

Durch "Frostschutzberegnung" Blüten schützen

Gefrorene Blüten eines Obstbaums
Die Eishülle, die sich bei der Beregnung bildet, schützt die Blüten vor Frost.

Obstbauern schützen die empfindlichen Blüten vor Frostschäden, indem sie Beregnungsanlagen einsetzen, die einen feinen Sprühnebel auf dem Baum verteilen. Gefriert das Wasser auf den Blüten, wird sogenannte Kristallationswärme freigesetzt. Diese entsteht, wenn das Wasser seinen Aggregatzustand von flüssig zu fest ändert. Das Eis legt sich dann wie ein Schutzpanzer über die Blüten und hält die Temperatur bei null Grad. Auf diese Weise nehmen Knospen und Blüten keinen Schaden. Das Prinzip nennt man "Frostschutzberegnung". Es eignet sich auch für private Gärten, wenn die Bäume zu groß sind, um sie beispielsweise mit Gartenvlies zu schützen.

VIDEO: Vereiste Blüten sollen Obsternte retten (2 Min)

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 25.03.2020 | 19:30 Uhr

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