Stand: 05.05.2021 14:16 Uhr

Wildkräuter - Aus der Natur frisch auf den Tisch

Im Frühling und Sommer sprießen in Gärten, Wäldern und auf Wiesen zahlreiche Wildkräuter. Was für manchen Gartnerbesitzer ein Ärgernis ist, bedeutet für andere eine kulinarische Bereicherung. Denn ob als Tee, würziges Pesto, Smoothie oder zarte Gemüsebeilage: Wildkräuter lassen sich in der Küche auf vielfältige Weise verwenden. Viele sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen und haben heilsame Wirkungen.

Diese Wildkräuter eignen sich für die Küche

  • Brennnesseln sollen bei vielerlei Beschwerden helfen - von Arthrose über Blasenleiden bis hin zu Bluthochdruck. Sie schmecken am besten als Tee oder Smoothie, als Suppe oder Gemüse. Gerade bei Erschöpfung wirkt Brennnessel-Tee vitalisierend.
  • Dost (Wilder Majoran) lässt sich als Gewürz verwenden. Dazu die Blätter und Blüten abstreifen, trocknen und zerkleinern.
  • Gänseblümchen (Blüten): Die hübschen kleinen Blüten schmecken nussig und eignen sich besonders gut für essbare Dekorationen. Getrocknet sind die fast den ganzen Sommer über verfügbaren Blüten auch als Tee genießbar.
  • Auch beim Giersch lassen sich die Blüten als essbare Deko oder aromatische Suppenwürze verwenden. Die Blätter können zu Salat und Pesto verarbeitet und gekocht als Gemüse gegessen werden. Giersch hat außerdem eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Knoblauchsrauke treibt nach der Blüte im Mai im Sommer neu aus. Die frischen Blätter haben ein Knoblaucharoma und sind gut für Pesto oder als Würzkraut geeignet.
  • Labkraut lässt sich gut als Zutat für Salat und Smoothies einsetzen. Dazu die Spross-Spitzen samt Blüte und Blättern verwenden. Als Tee wird Labkraut auch als Heilpflanze eingesetzt. Ihm wird eine harntreibende Wirkung und Linderung bei Hautflechten nachgesagt.
  • Löwenzahn regt die Verdauung an, hilft bei Völlegefühl oder Blähungen und wirkt harntreibend. Er ist außerdem reich an Vitamin A. Zarte, junge Löwenzahn-Blätter eignen sich für Salat oder als Zutat für einen grünen Smoothie.
  • Spitzwegerich hilft als Heilpflanze gegen Husten und lindert Insektenstiche. Zum Verzehr ist er als Gewürzkraut für Suppen, als Kräutertee oder als Salat verwendbar. Die Blütenknospen lassen sich am besten vor der Blüte roh oder in Öl angedünstet essen, gekocht verleihen sie Speisen einen pilzartigen Geschmack, als Rohkost schmecken sie leicht nussig.
  • Sauerampfer: Seine Blätter enthalten viel Vitamin C und schmecken leicht säuerlich, ein wenig wie Rhabarber. Sie können mit anderen Kräutern als Salat gegessen werden und verleihen Desserts eine feine Note. Am besten nur sehr junge Blätter verwenden und nicht in zu großen Mengen verzehren, denn Sauerampfer enthält viel Oxalsäure, die gesundheitsschädlich sein kann.
  • Vogelmiere eignet sich als Salat, für Smoothies oder gekocht als Gemüse. Die Pflanze enthält viele Mineralstoffe und Vitamine - wie Eisen und Vitamin C.

Kräuteröl und weitere Kräuter auf einem Holztisch © Colourbox Foto: -
AUDIO: Heilkräuter – wohltuend und gesund (43 Min)

Tipps zum Sammeln von Wildkräutern

Kleine weiße Blüten an der Vogelmiere.  Foto: Anja Deuble
Ganz wichtig: Nur Kräuter sammeln, die man exakt bestimmen kann.

Wer Wildkräuter selbst sammelt, sollte einige Regeln beachten. Die Wichtigste: Nur das sammeln, was man wirklich kennt. Denn auch bei uns wachsen manche giftige Kräuter wie beispielsweise der Schierling, der sehr leicht mit dem ungiftigen Wiesenkerbel zu verwechseln ist. Außerdem stehen einige Kräuter unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden. Hilfreich sind spezielle Pflanzenführer für Wildkräuter aus dem Buchhandel oder entsprechende Apps. Experten bieten auch Kräuterführungen an, bei denen die Teilnehmer lernen die Pflanzen zu bestimmen.

Schadstoffbelastungen vermeiden

Wegen der Schadstoffbelastung sollte man keine Kräuter sammeln, die direkt an Straßen stehen. Gleiches gilt für Ackerränder, wo die Kräuter durch Pflanzenschutzmittel belastet sein können. Auch um Pflanzen, die auf Hundewiesen gedeihen, sollte man einen Bogen machen. Tabu sind außerdem alle Pflanzen, die in Naturschutzgebieten wachsen. Wer einen eigenen Garten hat, kann Wildkräuter dort gezielt ansiedeln, statt sie in der Natur zu suchen. Im Handel sind spezielle Samenmischungen erhältlich.

Nachhaltig ernten - Wurzeln nicht verletzen

Kräuter niemals mit der Wurzel ausreißen, sondern mit einem Messer oder einer Schere abschneiden. Zum Sammeln eignen sich luftige Körbe oder Leinenbeutel. Zu Hause alle Kräuter vor dem Weiterverarbeiten gründlich waschen. Manche Kräuterexperten raten dazu, die Kräuter am besten um die Mittagszeit zu ernten. Dann sei der Gehalt an ätherischen Ölen und damit der Wirkstoffgehalt am höchsten.

Wildkräuter kühl und feucht lagern

Wie alle Kräuter sollten auch Wildkräuter möglichst frisch verarbeitet werden. Wenn sie doch einmal gelagert werden müssen, am besten in feuchtes Küchenpapier oder ein Geschirrhandtuch einwickeln und im Kühlschrank aufbewahren. So halten sie einige Tage. Längere Zeit haltbar sind sie, wenn man sie einfriert, allerdings büßen einige dadurch an Aroma ein.

Zum Einfrieren die gewaschenen und abgetrockneten Kräuter entweder im Ganzen in Gefrierbeutel füllen und gut verschließen oder kleingeschnitten mit etwas Wasser portionsweise in Eiswürfelbehälter geben. Wichtig ist, die Kräuter immer gut zu beschriften, da sie eingefroren leicht zu verwechseln sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Garten: Alles Möhre, oder was?! | 28.04.2021 | 19:05 Uhr

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