Stand: 23.07.2019 11:50 Uhr

Wildkräuter - Aus der Natur frisch auf den Tisch

Im Sommer sprießen in Gärten, Wäldern und auf Wiesen zahlreiche Wildkräuter. Was für manchen Kleingärtner ein Ärgernis ist, bedeutet für andere eine kulinarische Bereicherung. Denn ob als Tee, würziges Pesto oder zarte Gemüsebeilage: Wildkräuter lassen sich in der Küche auf vielfältige Weise verwenden. Viele von ihnen sind zudem sehr vitaminreich und haben heilsame Wirkungen.

Wildkräuter - schmackhaft und gesund

Diese Wildkräuter haben Saison

Aktuell ist der Tisch der Natur reich gedeckt und verschiedenste Kräuter bieten sich für den Verzehr oder als Heilpflanze an. Eine Auswahl von Gewächsen, die man gerade in der Natur findet und sammeln kann:

  • Spitzwegerich hilft als Heilpflanze gegen Husten und lindert Insektenstiche. Zum Verzehr ist er als Gewürzkraut für Suppen, als Kräutertee oder als Salat verwendbar. Die Blütenknospen lassen sich am besten vor der Blüte roh oder in Öl angedünstet essen, gekocht verleihen sie Speisen einen pilzartigen Geschmack, als Rohkost schmecken sie leicht nussig.
  • Ackerschachtelhalm wird bei Harnwegserkrankungen als entwässernder Tee eingesetzt, sein hoher Gehalt von Kieselsäure soll das Bindegewebe stärken. Beim Sammeln unbedingt auf seinen giftigen Doppelgänger, den Sumpfschachtelhalm, achten. Ein Sud aus Ackerschachtelhalm stärkt und düngt Gartenpflanzen und hilft gegen Pilzbefall.
  • Dost (Wilder Majoran) lässt sich als Gewürz verwenden. Dazu die Blätter und Blüten abstreifen, trocknen und zerkleinern.
  • Labkraut lässt sich gut als Zutat für Salat und Smoothies einsetzen. Dazu die Spross-Spitzen samt Blüte und Blättern verwenden. Als Tee wird das Labkraut auch als Heilpflanze eingesetzt. Ihm wird eine harntreibende Wirkung und Linderung bei Hautflechten nachgesagt.
  • Brennnesseln sollen bei vielerlei Beschwerden helfen - von Arthrose über Blasenleiden bis hin zu Bluthochdruck. Sie schmecken am besten als Tee oder Smoothie, als Suppe oder Gemüse. Gerade bei Erschöpfung wirkt Brennnessel-Tee vitalisierend. Die Samen sollen leistungssteigernd und potenzanregend wirken.
  • Vogelmiere eignet sich als Salat, für Smoothies oder gekocht als Gemüse. Die Pflanze enthält viele Mineralstoffe und Vitamine - wie Eisen und Vitamin C.
  • Gänseblümchen (Blüten): Die hübschen kleinen Blüten schmecken nussig und eignen sich besonders gut für essbare Dekorationen. Getrocknet sind die fast den ganzen Sommer über verfügbaren Blüten auch als Tee genießbar.
  • Auch beim Giersch lassen sich die Blüten als essbare Deko oder aromatische Suppenwürze verwenden. Die Blätter können zu Salat und Pesto verarbeitet und gekocht als Gemüse gegessen werden.
  • Knoblauchsrauke treibt nach der Blüte im Mai im Sommer neu aus. Die frischen Blätter haben ein Knoblaucharoma und sind gut für Pesto oder als Würzkraut geeignet.

Tipps zum Sammeln von Wildkräutern

Wer Wildkräuter selbst sammelt, sollte einige Regeln beachten. Die Wichtigste ist: Nur das sammeln, was man wirklich kennt. Denn auch bei uns wachsen manche giftige Kräuter wie beispielsweise der Schierling, der sehr leicht mit dem ungiftigen Wiesenkerbel zu verwechseln ist. Außerdem stehen einige Kräuter unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden. Hilfreich sind spezielle Pflanzenführer für Wildkräuter aus dem Buchhandel oder entsprechende Apps. Experten bieten auch Kräuterführungen an, bei denen die Teilnehmer lernen die Pflanzen zu bestimmen.

Schadstoffbelastungen vermeiden

Sammeln Sie wegen der Schadstoffbelastung keine Kräuter, die direkt an Straßen stehen. Gleiches gilt für Ackerränder, wo die Kräuter durch Pflanzenschutzmittel belastet sein können. Auch um Pflanzen, die auf Hundewiesen gedeihen, sollte man einen Bogen machen. Tabu sind außerdem alle Pflanzen, die in Naturschutzgebieten wachsen. Wer einen eigenen Garten hat, kann Wildkräuter dort auch gezielt ansiedeln, statt sie in der Natur zu suchen. Im Handel sind spezielle Samenmischungen erhältlich.

Nachhaltig ernten - Wurzeln nicht verletzen

Kräuter niemals mit der Wurzel ausreißen, sondern mit einem Messer oder einer Schere abschneiden. Zum Sammeln eignen sich luftige Körbe oder Leinenbeutel. Zu Hause sollten alle Kräuter vor dem Weiterverarbeiten gründlich gewaschen werden. Manche Kräuterexperten raten übrigens dazu, die Kräuter am besten um die Mittagszeit zu ernten. Dann sei der Gehalt an ätherischen Ölen und damit der Wirkstoffgehalt am höchsten.

Wildkräuter kühl und feucht lagern

Wie alle Kräuter sollten auch Wildkräuter möglichst frisch verarbeitet werden. Wenn sie doch einmal gelagert werden müssen, am besten in feuchtes Küchenpapier oder ein Geschirrhandtuch einwickeln und im Kühlschrank aufbewahren. So halten sie einige Tage. Längere Zeit haltbar sind sie, wenn man sie einfriert, allerdings büßen einige dadurch an Aroma ein. Zum Einfrieren die gewaschenen und abgetrockneten Kräuter entweder im Ganzen in Gefrierbeutel füllen und gut verschließen oder kleingeschnitten mit etwas Wasser portionsweise in Eiswürfelbehälter geben. Wichtig ist, die Kräuter immer gut zu beschriften, da sie eingefroren leicht zu verwechseln sind.

Erntezeit bei Jesteburg: Nutzhanfblüte mit Samen. © NDR/MfG-Film

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NaturNah -

Heimische Wildkräuter und Exoten wie Hanf, Ginseng und Cranberry gelten als naturnahe, gesunde Nahrungsergänzung. Heilpraktiker Karl-Heinz Peper ist Spezialist auf dem Gebiet.

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Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 15.01.2019 | 18:15 Uhr

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