Stand: 23.06.2017 09:04 Uhr  | Archiv

Wildkräuter - aus dem Wald auf den Tisch

Löwenzahn, Giersch, Brennnessel oder Gundermann: Im Frühling und Sommer sprießen in Gärten, Wäldern und auf Wiesen die Wildkräuter. Was für manchen Kleingärtner ein Ärgernis ist, ist für andere eine kulinarische Bereicherung. Denn ob als Tee, würziges Pesto oder zarte Gemüsebeilage: Wildkräuter lassen sich in der Küche auf vielfältige Weise verwenden. Viele von ihnen sind zudem sehr vitaminreich und haben heilsame Wirkungen.

Gesund und schmackhaft

So hilft etwa die oft geschmähte Brennnessel bei vielerlei Beschwerden - von Arthrose über Blasenleiden bis hin zu Bluthochdruck. Sie lässt sich auf unterschiedlichste Weisen zubereiten und schmeckt sowohl als Tee oder Smoothie, als Suppe oder Gemüse. Gerade wenn man ein bisschen erschöpft ist, wirkt so ein Brennnessel-Tee stark vitalisierend. Die Samen sollen wie Ginseng leistungssteigernd wirken und die Potenz anregen. Aber auch weniger bekannte Kräuter wie etwa das Gänsefingerkraut oder der Wald-Ziest sind schmackhaft und gesund.

Tipps zum Sammeln

Wer Wildkräuter selber sammelt, sollte einige Regeln beachten. Die Wichtigste ist: Nur das sammeln, was man wirklich kennt. Denn auch bei uns wachsen manche giftige Kräuter wie beispielsweise der Schierling, der sehr leicht mit dem ungiftigen Wiesenkerbel zu verwechseln ist. Außerdem stehen einige Kräuter unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden. Hilfreich beim Bestimmen sind spezielle Pflanzenführer für Wildkräuter aus dem Buchhandel. 

Sammeln Sie wegen der Schadstoffbelastung keine Kräuter, die direkt an Straßen stehen. Gleiches gilt für Ackerränder, wo die Kräuter durch Pflanzenschutzmittel belastet sein können. Auch um Pflanzen, die auf Hundewiesen gedeihen, sollte man einen Bogen machen. Tabu sind außerdem alle Pflanzen, die in Naturschutzgebieten wachsen. Wer einen eigenen Garten hat, kann Wildkräuter dort auch gezielt ansiedeln, statt sie in der Natur zu suchen. Im Handel sind spezielle Samenmischungen erhältlich.

Schonend ernten

Kräuter niemals mit der Wurzel ausreißen, sondern mit einem Messer oder einer Schere abschneiden. Zum Sammeln eignen sich luftige Körbe oder Leinenbeutel. Zu Hause sollten alle Kräuter vor dem Weiterverarbeiten gründlich gewaschen werden. Manche Kräuterexperten raten übrigens dazu, die Kräuter am besten um die Mittagszeit zu ernten. Dann sei der Gehalt an ätherischen Ölen und damit der Wirkstoffgehalt am höchsten.

Wildkräuter richtig aufbewahren

Wie alle Kräuter sollten auch Wildkräuter möglichst frisch verarbeitet werden. Wenn sie doch einmal gelagert werden müssen, am besten in ein feuchtes Küchenpapier oder Geschirrhandtuch einwickeln und im Kühlschrank aufbewahren. So halten die Kräuter einige Tage. Längere Zeit haltbar sind sie, wenn man sie einfriert, allerdings büßen einige Kräuter dadurch an Aroma ein. Zum Einfrieren die gewaschenen und abgetrockneten Kräuter entweder im Ganzen in Gefrierbeutel füllen und gut verschließen oder kleingeschnitten mit etwas Wasser portionsweise in Eiswürfelbehälter geben. Wichtig ist, die Kräuter immer gut zu beschriften, da sie eingefroren leicht zu verwechseln sind.

Wildkräuter - schmackhaft und gesund

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