Stand: 19.01.2017 14:36 Uhr  | Archiv

Wie einer Erkältung vorbeugen?

Bis zu viermal im Jahr sind wir erkältet. Im Winter ist die Zahl der Atemwegserkrankungen in Deutschland besonders hoch. Virenforscher führen das unter anderem darauf zurück, dass wir in der kalten Jahreszeit mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und dadurch einen engeren Kontakt zu anderen Menschen haben - Viren verteilen sich so in Windeseile. Doch wir können Erkältungen vorbeugen.

Regelmäßiges Händewaschen ist das A und O

Nahaufnahme von zwei Händen beim Händewaschen. © Klinikum Braunschweig/Scheibe Foto: Klinikum Braunschweig/Scheibe
Regelmäßiges und gründliches Händewaschen schützt vor Erkältungen.

Das Smartphone, der Türgriff oder das Taschentuch zum Schnäuzen: Durch unsere Hände kommen wir ständig in Berührung mit Bakterien. Und mit den Händen fassen wir uns wiederum bis zu 16 Mal pro Stunde ins Gesicht - damit bringen wir die Keime unbewusst auf den besten Weg. Kommt es zum Kontakt mit Schleimhäuten (Augen und Nase), dringen die Viren in unseren Körper ein. Dagegen hilft regelmäßiges und gründliches Händewaschen: Die Hände sollten mindestens 15 bis 20 Sekunden eingeseift und mit warmem Wasser abgespült werden, auch zwischen den Fingern. Dann ist ein zusätzliches Desinfektionsmittel nicht notwendig. Auf öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Papiertuch zuzudrehen.

Küssen verboten?

Ein grippaler Infekt verbreitet sich über eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Bei einer Tröpfcheninfektion gelangen Krankheitserreger durch Niesen, Husten oder Sprechen an die Luft und werden von einer anderen Person eingeatmet. Die Schmierinfektion wird auch Kontaktinfektion genannt - hier werden Viren durch eine Kette von Berührungen weitergegeben, beispielsweise beim Händeschütteln oder Benutzen von Türgriffen.

Erkältungsviren haben aber kaum eine Chance, sich von Mund zu Mund zu übertragen. Beim Küssen erkälteter Personen gelangen die Viren über den Speichel in den Magen und werden dort von der Magensäure unschädlich gemacht. Da wir uns beim Küssen aber mit Nase und Händen berühren, ist trotzdem Vorsicht geboten.

Wartezimmer meiden

Ärztin schaut in die Patientenrunde eines Wartezimmers. © RioPatuca Images/fotolia Foto: RioPatuca Images
Im Winter sitzen in den Wartezimmern der Ärzte besonders viele erkältete Menschen - deshalb ist hier die Ansteckungsgefahr hoch.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der bleibt zur Grippesaison größeren Menschenansammlungen wie Konzerten oder Theateraufführungen fern. Und wer nicht unbedingt zum Arzt muss, sollte ein volles, virengefülltes Wartezimmer umgehen. Wenn der Arztbesuch unumgänglich ist: Vermeiden Sie es, dem Arzt die Hand zu geben und lassen Sie Ihre Kinder nicht mit den praxiseigenen Spielsachen spielen. Viren können auf dem Spielzeug, ähnlich wie auf Türklinken, mehrere Stunden oder sogar Tage überleben.

Die Abwehr stärken

Ein starkes Immunsystem kann so schnell nichts erschüttern. Deshalb ist es ratsam, sich vor allem in der kalten Jahreszeit ausgewogen zu ernähren und so viel wie möglich zu bewegen. Geschlossene Räume sollten regelmäßig gelüftet werden, da Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet. Diese werden dadurch anfälliger für Viren und Bakterien. Zur Vorbeugung einer Erkältung ist genügend Schlaf ebenso wichtig. Regelmäßige Saunagänge können dazu beitragen, die Immunabwehr des Körpers zu stärken. Wer bereits erkältet ist, sollte um die Sauna einen großen Bogen machen, da die hohen Temperaturen das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 20.01.2017 | 16:10 Uhr

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