Sendedatum: 14.04.2014 05:00 Uhr  | Archiv

Ilka@home (9): Kuck mal, wer da spricht

von Ilka Petersen
Ilka Petersen mit ihrem Sohn Leonard Aaron. © privat Foto: Anne Lorenzen
Ilka Petersen mit ihrem Sohn Leonard Aaron.

Es war doch die Familienkomödie der späten 80er: "Kuck mal, wer da spricht". Mit John Travolta und Kirstie Alley als Eltern von einem Baby, dessen Gedanken dank Thomas Gottschalk Synchronstimme hörbar werden. Ich kenne Mütter, die genau das leben. Die praktisch als wandelnde Synchronstimme ihres Babys durchs Leben gehen.

Ich finde es eigentlich ganz angenehm, dass Lenny bisher nur ein bisschen vor sich hinbrabbelt. Nervenschonend von der Natur nach kurzen Nächten schlau eingerichtet. Wären da nur nicht diese redseligen Mütter. Zum Beispiel beim Spaziergang. An sich eine gute Möglichkeit, in Ruhe zu quatschen und etwas zu essen. Aber Jean Luca will mein Brötchen, er will lieber rechts lang gehen und wenn er die Hand hebt, heißt das, ich soll auch meine Hand heben und einschlagen.

Ilka Petersen drückt ihren Sohn Leonard Aaron an sich. © privat Foto: Michael Woddow
Ilka Petersen und ihr Sohn wundern sich schon manchmal über Mütter, die ihren Babys eine Stimme geben - sagt Lenny.

Möglichst schnell, also Kaffee aus der Hand und Gespräch vertagen. Mal ehrlich, ich lese Lenny aus Klatschzeitschriften vor und er hört zu. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie tatsächlich schon wissen, was sie wollen. Merkwürdig sind auch so manche Telefonate, wenn ohne Vorwarnung auf einmal das Baby gemeint ist.  "Na, hast du gekackert, toll gemacht, ja".

Ich sage jetzt nicht, dass ich das nie machen werde. Da bin ich schlauer geworden. Ich hätte nämlich auch nie gedacht, dass ich in der Öffentlichkeit oben rum blank ziehe. Aber, wer als Stillmama auch mal länger raus will, gönnt auch seinen Brüsten frische Luft. Neulich saß ich auf einer Parkbank, dann im Restaurant und am aller merkwürdigsten, bei mir auf dem Sofa stillend vor einem Kollegen. Da ich genug Tücher besitze, an sich auch kein Problem.

Als allerdings neulich bei einer Freundin überraschend der Nachbar im Garten stand und mit hochrotem Kopf und aufgerissenen Augen durchs Fenster starrte, hätte ich ihm am liebsten zugerufen: "Es sind nur Brüste, sie beißen nicht".

Und den Baby Synchronstimmen möchte ich diese Woche zurufen: "Ich kann euch ja verstehen, aber: "Kuck mal, wer da zuhört"."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 14.04.2014 | 05:00 Uhr

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