Sendedatum: 28.07.2014 06:00 Uhr  | Archiv

Ilka@home (20): Idealbilder

von Ilka Petersen
Ilka Petersen Hochzeit Gast © Ilka Petersen
Ilka im Mutter- und im Hochzeits-Stress.

Ich fühle mich momentan wie ein Kolibri mit Schlagseite. Ich tanze diesen Monat auf allen Hochzeiten, im wahrsten Sinne des Wortes, denn jedes Wochenende ist eine und an diesem gleich zwei. Da Familie und sehr gute Freunde heiraten, zieht das auch dementsprechende Vorbereitungen mit sich. Hochzeitszeitung, Filme und Fotostrecken. Beim Einschlafen zähle ich keine Schafe mehr, sondern Klößchen in der Hochzeitssuppe.

Ilka Petersen mit ihrem Sohn Leonard Aaron. © privat Foto: Anne Lorenzen
Lenny muss ganz tapfer sein: Ilka ist nicht die beste Köchen.

Ums Essen geht es mittlerweile auch bei Lenny. Da er sich zu einem Futterneider entwickelte , haben wir beschlossen, die Brei-Saison zu eröffnen. Im letzten Blog (Blog 19) haben wir ja über Blickwinkel gesprochen. Am schwierigsten ist wohl der auf sich selbst. Laut Freud kann die Selbstbeobachtung zu einer Art Kontrollinstanz werden, deren Ziel es ist, das eigene Verhalten in Übereinstimmung mit dem Idealbild zu bringen. (Moment, kommen da die vermissten sieben Prozent Hirn zurück?;)) Aber da landen wir eben bei der Schwierigkeit einer Mama, die natürlich die beste Mutter der Welt für ihr Kind sein will.

Also habe ich mich an den Kochtopf gewagt und Brei gekocht. Angestachelt durch eine Mutter im Delfi-Kurs, die mich ganz entgeistert angeschaut hat, als ich laut überlegte, ob sich die ganze Kocherei denn für die ersten vier Löffel am Anfang lohnt. Außerdem war ich noch nie eine sonderlich gute Köchin, weshalb es vielleicht auch meinem Sohn zugutekommt, wenn das ein gewisser Herr H. übernimmt. Aber der erste Breiversuch sollte einer Mama würdig sein und so gab es frisch pürierte Pastinake.

Lenny reagierte ungefähr so, als hätte er einen alten Filterkaffee mit geflockter Milch serviert bekommen. Würgen, Spucken und der suchende Blick nach seiner Milch.

Ein Baby wird mit Karottenbrei gefüttert. © Imago
Die Rettung aus dem Gläschen. Dieser Stöpsel mampft Karottenbrei.

Auch der nächste Versuch verlief ähnlich. Am dritten Tag lies ich aus besagten Zeitgründen wieder Herrn H. kochen und was soll ich sagen, das Gläschen wurde leer. Nun stehe ich da, mit meinen Ansprüchen und meinen Brei-Kochbüchern. Bis auf Weiteres habe ich nun beschlossen, das Zepter an die Gläschen Industrie zu übergeben und mich auf meinen Einsatz zu konzentrieren, wenn es um die Mischungen geht. Da war ich schon als Kellnerin an der Schlachte in Bremen unschlagbar. Aber an dem Idealbild einer Mama oder besser den Ansprüchen an mich muss ich eh arbeiten.

Nächste Woche gibt es schon den letzten Blog an dieser Stelle und Ende August hören wir uns wieder. Aber dazu im nächsten Blog mehr. Ich muss noch Hochzeitsgeschenke einpacken… eine schöne Woche für euch!!

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 28.07.2014 | 06:00 Uhr

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