Sendedatum: 07.04.2014 05:00 Uhr  | Archiv

Ilka@home (8): Das ganze Leben ist ein Quiz

von Ilka Petersen
Ilka Petersen mit ihrem Sohn Leonard Aaron. © privat Foto: Anne Lorenzen
Ilka Petersen mit ihrem Sohn Leonard Aaron.

Wie besang es Hape schon so schön: "Das ganze Leben ist ein Quiz." Damals meinte er es mit dem Singen zum Glück noch nicht ganz so ernst wie heute, aber wie Recht er doch hatte. Zumindest was die Stillzeiten angeht. Mein ein neues Hobby: nachts per Handy-App "Quizduell" spielen. Das ist so ähnlich wie "Wer wird Millionär", nur dass man gegen andere antreten kann. Ein große nächtliche Gemeinschaft, die sich da trifft. Wie zu Morgenshow-Zeiten.

Da fühlte ich mich dem Zeitungsausträger auch verbunden, wenn er mir nachts von seiner knatternden Mofa aus ein "Moin!" entgegen rief. Oder der unbekannten blonden Frau, die morgens mit Fluppe in der Hand zum Bus eilte. Anonym und gleichzeitig vertraut. Stilldement und hormonell nicht gut eingestellt wie ich bin, ist ein bisschen Anonymität momentan in vielen Lebenslagen genau das Richtige - nicht nur beim Quizzen.

"Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, eine Mutter der anderen schon"

Ilka Petersen mit einer Freundin im Kinderzimmer © privat
Wenn alles drunter und drüber geht im Kinderzimmer, halten Mütter halt doch zusammen, findet Ilka Petersen.

Tagsüber läuft das Kräftemessen dann allerdings nicht ganz so anonym. Die Kategorien unter Müttern: Gewicht und Größe des Babys, Schlaf und Entwicklung, die schwerste Geburt. Übrigens sind Väter nicht anders. Deren Kategorien: das schlimmste Geburtstrauma, das größte Geschäft am Wickeltisch und "Mein Kind kann …" (gerne auch mit Videobeweis). Aber ausdauernder bei diesem Spiel sind eben doch die Mütter und vor allem in der Kategorie "Entwicklung des Babys" kann eine Nullrunde schon einmal im Kontaktstreik enden.

"Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, eine Mutter der anderen schon." Seit ich diesen Spruch neulich gehört habe, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Im Großen und Ganzen kann ich ihn bisher eigentlich nicht bestätigen. Ich komme mir eher vor wie im Kelly-Family-Fanclub. Da gilt das Motto: "Wir müssen zusammenhalten!"

Als ein Baby neulich im DELFI-Kurs lauthals schreiend seine Mama anpinkelte und sich fast gleichzeitig auf ihrer Bluse übergab, hätte ich sie am liebsten in den Arm genommen und aus voller Inbrunst geschrien: "Ja, das kenne ich, wir stehen das zusammen durch!"  Am Ende bilden Mütter nämlich doch eine Gemeinschaft - anonym und gleichzeitig vertraut.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 07.04.2014 | 05:00 Uhr

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