Reisende stehen auf einer Fähre und blicken in Richtung Land. © picture alliance/dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Urlauber müssen Nordsee-Inseln von SH bis 5. November verlassen

Stand: 30.10.2020 20:04 Uhr

Das Land Schleswig-Holstein hat eine Übergangsregelung für die Nordsee-Inseln und Halligen beschlossen: Urlauber müssen sie bis zum 5. November verlassen haben.

Damit reagierte die Landesregierung auf die vielen Anrufe verunsicherter Feriengäste, die bei der Corona-Hotline des Kreises Nordfriesland eingegangen waren. Die Info-Nummer war zeitweise überlastet - und das Gesundheitsamt bittet darum, von weiteren Anrufen abzusehen, weil die Telefone für die Corona-Kontaktnachverfolgung gebraucht werden.

Binnenland ist von Touristen bis Montag zu verlassen

Die neue Landesverordnung, die am Sonntag veröffentlicht werden soll, sieht vor, dass ab dem 2. November ein Verbot für touristische Übernachtungen im Land gilt. Das Binnenland und Fehmarn müssen Urlauber folglich bis kommenden Montag verlassen. Um zu vermeiden, dass alle Touristen auf Nordsee-Inseln und Halligen gleichzeitig am Montag abreisen und es eventuell Chaos bei den beiden Bahnunternehmen oder den Schiffsterminals gibt, wird jenen Urlaubern ein Abreise-Zeitraum bis zum 5. November eingeräumt.

Landrat Lorenzen: Es kann nicht jeder erst am 5. November abreisen

"Ganz klar: Seinen wohlverdienten Urlaub abbrechen zu müssen, ist wirklich hart. Darum wird vermutlich jeder erst am 5. November fahren wollen. Das kann nicht funktionieren", ergänzte Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU). Die Kreisverwaltung will es so lösen: Wer bereits vor der Anreise wusste, dass die Abreiseregelung kommen würde, muss sich früher auf den Rückweg machen als Urlauber, die schon angereist waren, bevor die Regelung bekannt wurde.

Buchholz: "Ab dem 2. November ist Abreise angesagt"

Wer überlege, noch an diesem Wochenende anzureisen, solle lieber gleich zu Hause bleiben, sagte Lorenzen. Zuvor hatte schon Tourismusminister Bernd Buchholz klargestellt: "Ab dem 2. November ist Abreise angesagt."

Dem Beschluss aus der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder zufolge sollen von Montag an Übernachtungsangebote nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Bahn und Reedereien zeigen sich flexibel

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) Föhr-Amrum geht derzeit nicht davon aus, dass es am Wochenende zu einer großen Abreisewelle kommt. Ein Sprecher sagte, man werde die Lage aber beobachten und bei Bedarf zusätzliche Schiffe zum Festland einsetzen. Ähnlich plant die Deutsche Bahn. Für den Sylt-Shuttle gilt nach Angaben einer Sprecherin von Montag an der Winterfahrplan mit 14 Zügen pro Richtung. Bei einer größeren Nachfrage will die Bahn kurzfristig nachsteuern.

Zweitwohnungsbesitzer dürfen ihre Wohnungen nutzen

Die SPD und die Industrie und Handelskammer (IHK) hatten gefordert, Urlauber nicht vorzeitig dazu zu zwingen, nach Hause zu fahren. Lieber regulär und nicht überhastet den Urlaub beenden - und dafür eine sichere Heimreise haben, so der Tenor.

Beim ersten Lockdown im Frühjahr hatte das Thema Zweitwohnungsbesitzer für viel Streit gesorgt. Dieses Mal gebe es eine ganz klare Regelung, sagte Minister Buchholz: "Zweitwohnungseigentümer, Zweitwohnungsbesitzer und Dauermieter dürfen ihre Wohnungen oder Häuser nutzen. Gewerbliche, touristische Übernachtungen sind ab Montag nicht mehr zulässig."

Nordfriesland überschreitet Warnwert

Nordfriesland hat derzeit zusätzlich ein weiteres Problem, denn seit Donnerstag ist der Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Nach Angaben des Kreises haben sich in den vergangenen sieben Tagen mehr als 110 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die sogenannte Inzidenz liegt inzwischen bei 67. Deshalb gelten seit Freitag unter anderem eine erweiterte Maskenpflicht an Schulen sowie Kontaktbeschränkungen - allerdings nur in Husum, denn hier konzentriert sich das Infektionsgeschehen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.10.2020 | 17:00 Uhr

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