Ein Schild an der Tür eines Restaurants weist auf die 2G-Plus-Regel hin. © picture alliance/dpa Foto: Sina Schuldt

Strengere Corona-Regeln in SH: 2G-Plus für Bars und Hotels Pflicht

Stand: 15.12.2021 00:01 Uhr

Die aktualisierte Landesverordnung für Schleswig-Holstein ist raus: Die Maskenpflicht wird ausgeweitet, für private Treffen und Großveranstaltungen gelten weitreichende Einschränkungen - und 2G-Plus für Bars, Diskos und Hotels wird Pflicht.

Am Dienstag hat das Kabinett in Kiel eine aktualisierte Landesverordnung beschlossen - und damit die Corona-Regeln abgesteckt, die zu Weihnachten gelten. Sie traten am Mittwoch (15. Dezember) in Kraft.

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Zapfhähne für Bier in einem Restaurant sind nicht in Benutzung. © dpa-Bildfunk

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Es kommen zusätzliche Kontaktbeschränkungen für Personen, die nicht geimpft oder genesen sind und ausgeweitete Vorgaben zur Maskenpflicht. Für Touristen und Barbesucher gibt es Einschränkungen zu beachten. Bei 2G-Plus entfällt für diejenigen mit Booster-Impfung die Testpflicht, die Auffrischung muss allerdings mindestens 14 Tage zurückliegen. Wir listen auf, was sich konkret ändert.

Maskenpflicht wird ausgeweitet

Angesichts der aktuellen Corona-Lage müssen Menschen in Schleswig-Holstein wieder öfter eine medizinische Maske tragen - und zwar grundsätzlich, wenn davon auszugehen ist, dass nicht geimpfte und nicht genesene Menschen anwesend sein könnten. Konkret wird die Maskenpflicht beschlossen für:

  • Veranstaltungen in Innenräumen unter 2G-Bedingungen, bei denen weitere getestete Personen nur zugelassen sind, wenn diese zu beruflichen Zwecken anwesend sind
  • Zuschauerinnen und Zuschauer bei Großveranstaltungen (außer Märkten) mit mehr als 1.000 zeitgleich anwesenden Personen
  • Versammlungen in Innenräumen, wenn nicht 3G gewährleistet ist
  • Innenbereiche der Gastronomie für Gäste, die sich nicht an ihrem festen Sitz- oder Stehplatz befinden, sowie für Gastwirtinnen und Gastwirte und ihre Mitarbeitenden
  • in Gottesdiensten grundsätzlich auch am Sitzplatz, wenn nicht 3G gewährleistet ist

Private Treffen und Großveranstaltungen

Laut Landesverordnung werden ab sofort private Treffen innerhalb geschlossener Räume eingeschränkt, sobald mindestens eine Person ab 14 Jahren anwesend ist, die nicht geimpft oder genesen ist. In diesem Fall darf die Zusammenkunft höchstens aus den Mitgliedern zweier Haushalte bestehen - und aus einem dieser Haushalte dürfen zudem höchstens zwei Erwachsen und dazu deren minderjährige Kinder teilnehmen.

Bei Großveranstaltungen - also mit mehr als 1.000 zeitgleich anwesenden Personen - ist die Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Hälfte der Gesamtkapazität zu beschränken. Innerhalb geschlossener Räume ist die Gesamtzahl auf 5.000 begrenzt, außerhalb geschlossener Räume auf 15.000.

2G-Plus für Disko - kein Test mehr für Geboosterte

Mit den aktualisierten Regeln müssen genesene oder geimpfte Menschen ab Mittwoch zusätzlich ein negatives Testergebnis vorweisen (2G-Plus), wenn sie Diskotheken, Bars und ähnliche Einrichtungen besuchen. Dort ist davon auszugehen, dass sich die Gäste nicht überwiegend an festen Sitz- oder Stehplätzen aufhalten. Antigen-Schnelltest-Ergebnisse dürfen dabei nicht älter als 24 Stunden, PCR-Testergebnisse nicht älter als 48 Stunden sein. Ausgenommen von der Testpflicht sind Personen, die neben einer vollständigen Grundimmunisierung auch bereits eine Auffrischungsimpfung - auch als Booster-Impfung bekannt - bekommen haben, die mindestens 14 Tage zurückliegt.

2G-Plus auch im Tourismus

Wer sich in Schleswig-Holstein als Übernachtungsgast in Beherbergungsbetrieben aufhält, muss bei Anreise ebenfalls zusätzlich ein negatives Testergebnis vorweisen. Auch hier gilt: Das Ergebnis eines Antigen-Schnelltests darf maximal 24 Stunden alt sein, das Ergebnis eines PCR-Tests maximal 48 Stunden. Personen mit einer vollständigen Grundimmunisierung, die eine Auffrischungsimpfung nachweisen können, die mindestens 14 Tage zurückliegt, sind von der 2G-Plus-Testpflicht ausgenommen.

2G: Erleichterung für minderjährige Kinder

Der Großteil der minderjährigen Kinder ist noch nicht geimpft. Daher sieht die aktualisierte Landesverordnung für die Weihnachtsferien - wie zuvor in den Herbstferien - eine Regelung, um minderjährigen Schülerinnen und Schülern die Erfüllung von 2G-Anforderungen zu erleichtern. In den vom Landesrecht geregelten Bereichen gilt wieder die Auskunft einer oder eines Sorgeberechtigten über die Durchführung eines zugelassenen Selbsttests, der höchstens 72 Stunden zurückliegt. Die Schülerinnen und Schüler bekommen dafür von den Schulen entsprechende Selbsttests ausgehändigt.

Für die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sieht das Bundesinfektionsschutzgesetz laut Landesregierung in den Schulferien allerdings keine entsprechenden Ausnahmen von der dort geltenden 3G-Regel vor. Konkret bedeutet das: Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft und genesen sind, müssen zur ÖPNV-Nutzung in den Ferien einen anerkannten Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist.

Regelungen für weitere Bereiche

Laut Landesverordnung wird bei Besuchern und Kunden - zum Beispiel mit Ausnahmen im Einzelhandel - weiter 2G kontrolliert. Zwei Mal am Tag sind Ladenbetreiber verpflichtet, eine Kontrolle durchzuführen. Dass das erfolgt ist, wann und durch wen, ist zu dokumentieren. In der Kindertagespflege müssen sich Selbstständige täglich testen- falls sie nicht geimpft oder genesen sind. Weitere Regelungen, etwa Anforderungen bezüglich Testungen in Krankenhäusern, Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungs- bzw. Gefährdetenhilfe - fallen den Informationen nach nicht mehr in die Zuständigkeit der Länder und werden mittlerweile im Bundesinfektionsschutzgesetz geregelt.

Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 11. Januar 2022 außer Kraft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.12.2021 | 08:00 Uhr

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