Ein Mann sitzt vor einem Laptop. © NDR Foto: NDR

Ramadan 2.0: Wegen Corona finden Begegnungen digital statt

Stand: 14.04.2021 09:50 Uhr

Für Muslime weltweit hat am Dienstag der Fastenmonat Ramadan begonnen. Eigentlich ist der Ramadan ein Monat der Begegnung, der - wie schon im letzten Jahr - hauptsächlich digital stattfindet.

Hasib Ghaman will an jedem Tag des Ramadans ein Video produzieren - insgesamt also 30. Er ist Imam der Gemeinde Ahmadiyya Gemeinde in Kiel und versucht, trotz der Corona-Pandemie Begegnungen möglich zu machen - eben digital. Auf dem YouTube-Kanal seiner Gemeinde gibt es täglich ein Video mit Vorträgen, die der Imam sonst in der Moschee gehalten hätte: Koranverse mit Erklärungen.

Auf seinem Schreibtisch hat der Kieler Imam vor sich einen Laptop mit Kamera aufgebaut, Grafiken mit den Koranversen erscheinen auf dem Bildschirm. Ramadan 2.0 - anders lässt sich der Gedanke des Fastenmonats während der Corona-Pandemie kaum umsetzen: "Ein großer Teil von Ramadan spielt einfach dazu, dass man sich mehr begegnet, dass man sich trifft und gemeinsam das Fastenbrechen hat. Es ist innerhalb der Gemeinde eine Lebendigkeit da, die sonst in den 11 Monaten eher weniger ist. Diese Lebendigkeit würde fehlen."

Der Gebetsraum wäre ohne Corona gut gefüllt

Während des Fastenmonats Ramadan wären normalerweise die rund 280 Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinde zusammen gekommen. An jedem der 30 Tag, morgens und abends, um gemeinsam zu beten, zu essen und zu trinken. In den Gebetsraum der Moschee dürfen wegen der Hygiene-Maßnahmen momentan aber nur etwa 20 Menschen herein.

Auch wenn die Gemeindemitglieder das aus dem vergangenen Jahr kennen, fehlt Mansoor Ahmed die Gemeinschaft: "Beim ersten Mal haben wir gesagt, gut, es ist nun mal eine Pandemie, es wird bald vorbei sein. In diesem Jahr ist es etwas schmerzhafter, dass wir die Sachen, die wir gewohnt waren, nicht ausführen dürfen." Wie es in den kommenden Wochen weitergeht, ist für alle ungewiss.

Hoffnung auf mehr Gemeinschaft beim Zuckerfest

Der Kieler Imam Hasib Ghaman hofft darauf, dass das Ende des Fastenmonats, das Zuckerfest, zumindest mit ein paar mehr Gemeindemitgliedern gefeiert werden kann. Wahrscheinlich sei das aber nicht, glaubt Ghaman. Er sucht trotzdem noch nach einem Ort, an dem mehr Menschen zusammen kommen können - zum Beispiel draußen. Das geht aber nur, wenn das Wetter mitspielt und sich die Infektionslage bis dahin etwas entspannt hat.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 13.04.2021 | 19:30 Uhr

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