Heiner Garg spricht mit Medienvertretern. © NDR

Fehlerhafte Schutzmasken: Garg verteidigt das Vorgehen von SH

Stand: 18.02.2021 18:02 Uhr

Auch nach der Sitzung des Sozialausschusses ist nicht geklärt, warum fehlerhafte Schutzmasken in einem Boostedter Pflegeheim zum Einsatz kamen. Gesundheitsminister Garg erklärte die Masken-Strategie des Landes.

Von Daniel Kummetz

Eine Mund-Nasen-Maske mit der Aufschrift KN95 GB2626-2006. © Christian Kohl Foto: Christian Kohl
Schützt nicht ausreichend: Maske des Typs KN95 Protective Mask, Model No: ZX-168, GB-2626-2006".

Die SPD hatte das Thema auf die Tagesordnung des Landtagsausschusses gehoben. Die SPD-Abgeordnete Birte Pauls wollte wissen, was das Land tut, um möglicherweise sich im Umlauf befindliche fehlerhafte Masken zu finden. Auch die Informationspolitik des Gesundheitsministeriums kritisierte sie. Sie wisse von Heimbetreibern, die keine Warnung vor der Maske mit der Bezeichnung "KN95 Protective Mask, Model No: ZX-168, GB-2626-2006" erhalten hätten, sagte sie. In Boostedt hatte der Betreiber des Heims die Masken untersuchen lassen - nach einem schweren Corona-Ausbruch und dabei die Probleme bemerkt. Nach seinen Angaben hat er die Masken direkt vom Bundesministerium für Gesundheit erhalten.

Land lehnte acht Millionen Masken vom Bund ab

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) erklärte, seine Mitarbeiter würden einen "unglaublich rigiden" Kurs bei Masken fahren, auch wegen schlechter Erfahrungen zu Beginn der Pandemie. So würden auch schon mal Lieferungen des Bundes ans Land zurückgewiesen. Fast vier Millionen FFP2-Masken und etwas mehr als vier Millionen medizinische Masken seien zurückgeschickt worden, weil sie nicht zu 100 Prozent der Norm entsprochen hätten, erklärte der Minister. Alle Masken werden seinen Angaben zufolge vor Auslieferung geprüft - aus jeder Charge eine in einem Prüflabor. "Ich glaube, wir haben alles menschenmögliche getan, um das Risiko zu minimieren, schadhaftes Material in Umlauf zu bringen", sagte Garg. Auch bei der Bestellung setze das Land beim Aufbau einer Reserve auf renommierte Händler.

Garg: Alle Träger wurden informiert

Garg stellte den zeitliche Ablauf im Fall der fehlerhaften Boostedter Masken dar: Am 1. Februar habe sein Ministerium über die wohl fehlerhaften Masken Informationen vom lokalen Gesundheitsamt erhalten. Die Abteilung für Produktsicherheit des Verbraucherschutzministeriums habe daraufhin die Masken untersucht und festgestellt, dass sie nicht den geforderten Qualitätsmaßstäben entsprechen. Davon habe das Gesundheitsministerium am 2. Februar erfahren und dann den Bund um Stellungnahme gebeten. Garg erklärte, sein Haus habe daraufhin auf die Probleme per Pressemitteilung und Mail an sämtliche Träger und Heimaufsichten am 5. Februar aufmerksam gemacht.

Lieferung vom Bund? Für den Bund nicht klar

Auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein erklärte das Bundesgesundheitsministerium grundsätzlich, dass sämtliche Schutzmasken, die es im Rahmen der COVID19-Pandemie beschafft hat, in einem standardisierten, zweistufigen Verfahren qualitätsgeprüft worden seien. Es betont in der Antwort vom 10. Februar aber auch, dass "noch nicht abschließend ermittelt werden konnte", ob die problematischen Masken tatsächlich vom Bund kommen. Dazu fehlten Angaben, so ein Sprecher. Auf eine Nachfrage vom 11. Februar, die auch Informationen zum konkreten Lieferzeitpunkt von Masken des Bundes an das betroffene Heim enthielt, hat das Bundesgesundheitsministerium trotz Erinnerungen bis heute (Stand: 18.2.2012, 17 Uhr) nicht geantwortet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.02.2021 | 17:00 Uhr

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