VIDEO: Sieben Fragen zum Impfstart bei Hausärzten (3 Min)

Erster Impfstoff in Praxen eingetroffen: Ab heute wird geimpft

Stand: 06.04.2021 18:52 Uhr

Die ersten Impfdosen sind am Dienstag an Hausärzte in Schleswig-Holstein ausgeliefert worden.

Seit Dienstag dürfen Schleswig-Holsteins Hausärzte gegen das Coronavirus impfen. Apotheken und Praxen im Land sollten dann mit den ersten Impfstoff-Dosen beliefert werden. So wie die Holstenapotheke in Kiel. Sie bekam 9 Fläschchen mit 54 Impfdosen von Biontec/Pfizer. Apotheken-Inhaberin Maria Schwarte musste innerhalb kürzester Zeit überprüfen, ob mit der Lieferung alles stimmt. Denn der Imfpfstoff musste schnell wieder in den Kühlschrank. "Die Punktlandung ist ganz wichtig, denn dieser Impfstoff wird tiefgefroren ausgeliefert und hat dann nur 120 Stunden Zeit. Da tickt die Uhr. Wir müssen schnell und vorsichtig sein und dafür sorgen, dass der Impfstoff ganz fix zum Arzt kommt", sagte die Apothekeninhaberin. Den am Dienstag gelieferten Impfstoff gab sie an eine Praxis in der Nähe weiter.

30 Dosen bestellt, 30 Dosen bekommen

Bundesweit haben die Hausarztpraxen 1,4 Millionen Impfdosen für die erste Impfwoche bestellt. Doch nur 940.000 Dosen werden ausgeliefert. "Eine zuverlässige Zusage, dass der Impfstoff kommt, haben wir für Mittwoch gegen Mittag", sagte Thomas Maurer, der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, der auch eine eigene Praxis hat. In den Hausarztpraxen im Kreis Nordfriesland kamen die ersten Impfdosen bereits Dienstag an, sagte Mark Weinhonig, Impfkoordinator für den Kreis und Allgemeinmediziner in Niebüll. Er habe 30 Dosen bestellt und auch bekommen. Am Mittwoch will er mit dem Impfen beginnen.

Viel Aufwand für Hausärzte

Maurer vom Hausärzteverband betonte, dass die Corona-Impfungen für die Hausärzte "einen ungeheuren Aufwand" bedeute. "Grundsätzlich ist es schwierig, alle Patienten zu erreichen und dann auch noch in der richtigen Reihenfolge zur Impfung zu bringen. Bei seinen Patienten seien die der Prioritätengruppe 1 zum großen Teil durchgeimpft, sodass der Fokus nun auf der Prioritätengruppe 2 liege. Auch Maurer rechnet in seiner Praxis mit den ersten Corona-Impfungen am Mittwochnachmittag.

Maurer sieht viele Vorteile beim Impfen durch Hausärzte

Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes sprach sich im Interview mit NDR Schleswig-Holstein trotz des Aufwands für Corona-Impfungen durch die Hausärzte aus. "Die ganze Aufklärungsarbeit wird geringer, weil der Patient ja schon zu mir Vertrauen hat und ich die ganze Vorgeschichte kenne. Und wenn wir wirklich mal einen Patienten übersehen haben, der hoch zu priorisieren ist, dann weiß ich, selbst wenn der Impfstoff für diese Woche aus ist, dass ich ihn in der nächsten Woche gleich impfen kann." Im Impfportal im Internet fange der Patient sonst in der Warteliste wieder bei Null an. So könne man sicherstellen, dass alle wichtigen Patienten zügig die Impfung bekämen. Seine Praxis sähe es am liebsten, wenn sich Impfwillige per Mail oder über ein Formular der Praxiswebseite meldeten. "Aber das handhabt jede Praxis ein bisschen anders", so Maurer.

In der ersten Phase steht nach Angaben des Gesundheitsministeriums relativ wenig Impfstoff zur Verfügung stehen: Wöchentlich gibt es etwa 20 Impfdosen pro Praxis, hieß es. Impfen dürfen derzeit nur Vertragsärzte mit Kassenzulassung.

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Dieses Thema im Programm:

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