Beamte kontrollieren Reisende am Grenzübergang Krusau in Richtung Dänemark. © NDR Foto: Carsten Rehder/dpa

Einreise in Dänemark: Keine Sonderregelung mehr für SH

Stand: 30.10.2020 07:24 Uhr

Menschen aus Deutschland dürfen bereits seit einer Woche ohne triftigen Grund nicht mehr in Dänemark einreisen. Das gilt ab Sonnabend nun auch für Schleswig-Holsteiner.

Wie erwartet haben die dänischen Behörden am Donnerstagnachmittag nun auch ihre Einreisebestimmungen für Schleswig-Holstein verschärft. Wie das dänische Außenministerium mitteilte, dürfen Schleswig-Holsteiner nur noch mit triftigem Grund oder nach Vorlage eines negativen Coronatests einreisen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Die Alternative, auch einen negativen Corona-Test vorweisen zu können, gilt für Schleswig-Holstein nur, weil es als dänische Nachbarregion behandelt wird. Grenzpendler, die in Dänemark arbeiten, sind von der Regelung ausgenommen. Die neuen Einreisebestimmungen gelten ab Sonnabend.

Ministerpräsident Daniel Günther © dpa-Bildfunk Foto: Gregor Fischer

AUDIO: Günther ist froh über Ausnahme für Berufspendler (1 Min)

Vorstellungsgespräch oder auch Arbeit ein Einreisegrund

Schleswig-Holsteiner, die Urlaub in Dänemark machen wollen, dürfen über die Grenze, wenn sie einen einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden ist. Diese Ausnahme gilt nicht für Menschen aus den anderen Bundesländern. Es gibt für Schleswig-Holsteiner allerdings weitere Gründe, um Einreisen zu können. Neben der Arbeit und Dienstreisen zählen dazu etwa das Studium, Vorstellungsgespräche oder wenn der Partner oder nahe Verwandte wie die Eltern in Dänemark wohnen. Wer ein Sommerhaus in Dänemark besitzt, darf ebenfalls einreisen.

Triftige Gründe im Überblick:

  • Arbeit in Dänemark
  • Geschäftsreise
  • Gültige Arbeitserlaubnis unter der "Working Holiday"-Regelung
  • Lieferung von Waren oder Dienstleistungen
  • Seemann, Besatzungsmitglied für Flugzeug, Diplomat, etc.
  • Vorstellungsgespräch
  • Studium in Dänemark
  • Ausbildungspraktikum
  • Besuch einer Volkshochschule
  • Au-pair
  • Besuch von Eltern, Stiefeltern, Geschwistern, Stiefgeschwistern, Großeltern, Stiefgroßeltern, Kindern, Stiefkindern, Enkeln oder Stiefenkeln
  • Besuch eines festen Partners
  • Einreise mit einem dänischen Partner oder engem Verwandten, der im Ausland lebt
  • Umgangsrecht mit einem minderjährigen Kind in Dänemark
  • Sorgerecht für ein minderjähriges Kind
  • Geburt eines eigenen Kindes
  • Ernste oder kritische Erkrankung eines Partners oder Verwandten
  • Fortlaufende Behandlung im Gesundheitssystem
  • Beerdigung
  • Gerichtsverfahren
  • Anliegen bei Botschaft oder ausländischer Vertretung in Dänemark
  • Eigenes Ferienhaus, Boot oder Dauercampingplatz (Quelle: Dänische Regierung)

Günther und Lange für Ausnahmeregelungen dankbar

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte die Maßnahme erwartet, da die Corona-Zahlen im Land - wie fast überall sonst - zugenommen haben. Der dänische Außenminister Jeppe Kofod habe ihn vorab über den erwartbaren Schritt informiert, sagte Günther NDR Schleswig-Holstein. Für die Ausnahmeregelungen - etwa dass Berufspendler weiter ins Land gelassen werden - sei er froh. "Durch die Vielzahl der Ausnahmen, die für Schleswig-Holstein gelten, hat die deutsch-dänische Grenzsituation einen durchlässigen Charakter, und das begrüße ich", meinte Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD).

Schleswig-Holstein gilt als "Quarantäneland"

Das nördlichste Bundesland gilt auch als "Quarantäneland". Das heißt: Die dänische Regierung rät ihrer Bevölkerung davon ab nach Schleswig-Holstein zu reisen, wenn es nicht gerade dringend notwendig ist. Dänemark hatte Deutschland bereits vergangene Woche zum Corona-Risikogebiet erklärt. Weil Schleswig-Holstein zu diesem Zeitpunkt jedoch unter dem zweiwöchigen Inzidenzwert von 30 lag, war das Bundesland bislang noch von Einreisebeschränkungen ausgenommen.

Schwelle von 16.000 überschritten

Grund für die Maßnahmen sind die steigenden Infektionszahlen in Deutschland und jetzt auch in Schleswig-Holstein. Die tägliche Zahl der Corona-Neuinfektionen lag deutschlandweit laut Robert Koch-Institut am Donnerstag bei 16.774. In Schleswig-Holstein wurden am Donnerstag 280 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Die Grenzen nach Dänemark waren zuletzt im März für mehrere Wochen dicht. In Dänemark wird ein Land dann zum Quarantäneland erklärt, wenn im Durchschnitt über zwei Wochen hinweg mehr als 30 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner registriert worden sind.

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Autos fahren zum deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.10.2020 | 18:00 Uhr

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