Stand: 14.05.2020 19:35 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Coronavirus: Infektionen in zweitem Schlachthof

Bild vergrößern
Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (hier auf einem Foto aus dem vergangenen Jahr) gab am Donnerstag die drei Corona-Fälle bekannt, die im Husumer Schlachthof aufgetreten sind.

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) ist ein weiterer Schlachthof in Schleswig-Holstein von Corona-Fällen betroffen. Der Kreis Nordfriesland meldete am Donnerstag drei Corona-Fälle aus dem Umfeld eines Betriebes in Husum. "Alle drei Personen zeigen nur leichte Symptome. Wir haben für sie und 32 weitere Kontaktpersonen häusliche Quarantäne angeordnet", sagte Landrat Florian Lorenzen (CDU). Gesundheitsamt und Veterinäramt hätten sich den Betrieb angesehen. Die Produktion könne weiterlaufen.

Gesundheitsamt nach 340 Tests: "Wir sind beruhigt"

Der Schlachthof des Unternehmens Danish Crown hat nach eigenen Angaben etwa 250 Mitarbeiter. Inklusive Beschäftigter von Subunternehmen und des Veterinäramtes wurden etwa 340 Personen getestet. Für fünf von ihnen stehen die Testergebnisse nach Angaben des Kreises noch aus. "Wir sind beruhigt, denn nach den Meldungen aus dem Süden des Landes hatten wir deutlich höhere Zahlen befürchtet", kommentierte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Antje Petersen, die Testergebnisse.

Inzwischen 131 Infektionen in Bad Bramstedt

Nach dem Ausbruch in Bad Bramstedt - wo es inzwischen 131 bestätigte Infektionen gibt - hatte die Landesregierung Corona-Tests in allen großen Schlacht- und Zerlegebetrieben des Landes verfügt. Nach Angaben der Landesregierung gibt es in Schleswig-Holstein derzeit etwa 50 Schlachtbetriebe, davon etwa sechs größere.

Am Donnerstag liefen beispielsweise die Tests für etwa 1.900 Mitarbeiter in den Fleischwarenfabriken in Böklund und Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg) an. Die ersten Ergebnisse werden dort für Sonnabend erwartet.

Weitere Informationen

Corona-Tests in allen Schlachthöfen Schleswig-Holsteins

Schleswig-Holstein lässt die Belegschaften aller großen Schlachthöfe auf das Coronavirus testen. Damit reagiert das Land auf mehr als 100 Infizierte in einem Betrieb in Bad Bramstedt. mehr

Merkel kritisiert Verhältnisse in Fleischindustrie

Ein Großteil der Infizierten aus dem Betrieb in Bad Bramstedt lebt in einer Sammelunterkunft in Kellinghusen (Kreis Steinburg), die nach Bekanntwerden des Ausbruchs unter Quarantäne gestellt wurde. Kritik gibt es vor allem auch daran, dass die Unterbringung der Mitarbeiter die Ausbreitung des Virus begünstigt haben könne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verwies auf oft prekäre Arbeits- und Wohnbedingungen von Beschäftigten in der Fleischindustrie in ganz Deutschland. Die Bundesregierung will am Montag strenge Vorschriften beschließen.

Quarantäne in Kellinghusen endet teilweise

Mindestens neun der Schlachthof-Mitarbeiter aus Bad Bramstedt, die in Kellinghusen wohnen, sollen am Freitag aus der Quarantäne entlassen werden. Voraussetzung sei, dass sie seit mindestens 48 Stunden symptomfrei seien, sagte Landrat Torsten Wendt (parteilos).

Die Beschäftigten sollen laut Betreiber Vion in Absprache mit den Gesundheitsbehörden in anderen Quartieren untergebracht werden. Der Kreis Segeberg rechnet mit einem Hochfahren der Produktion in Bad Bramstedt zwischen Anfang und Mitte kommender Woche.

Weitere Informationen

Coronavirus in SH: Videos, Infos, Hintergründe

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein steigt weiter an. Hier finden Sie Videos, Informationen und Hintergründe zu dem Thema. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.05.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

00:23
Schleswig-Holstein Magazin
03:47
Schleswig-Holstein Magazin
03:50
Schleswig-Holstein Magazin

Der mit den wilden Koniks lebt

Schleswig-Holstein Magazin