Passanten mit Mund-Nasen-Schutz laufen durch eine Fußgängerzone. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Corona: Schleswig-Holstein will Maskenpflicht verschärfen

Stand: 15.10.2020 12:49 Uhr

Wegen der steigenden Corona-Zahlen sollen die Maßnahme auch in SH verschärft werden. Das betrifft unter anderem die Maskenpflicht.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich mit einem eindringlichen Appell an die Menschen im Land gewandt: "Die Lage ist dramatisch. Wir stehen am Anfang eines ungebremsten exponentiellen Wachstums der Infektionszahlen", sagte Günther in Kiel. Einige Maßnahmen sollen seinen Angaben zufolge nun verschärft werden. Das gilt zum Beispiel für die Maskenpflicht in Restaurants. Auch soll die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes künftig auch für Wochenmärkte gelten.

Lange Beratungen in Berlin

Mehr als acht Stunden hatten gestern die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Merkel zusammengesessen, um über die Corona-Lage zu beraten. Am Ende einigte man sich grundsätzlich auf Kontaktbeschränkungen, Sperrstunden in Corona-Hotspots und andere zusätzliche Maßnahmen. Nach Angaben von Teilnehmerkreisen war die Kanzlerin mit den Ergebnissen aber nicht zufrieden. Ihr gingen die Beschlüsse demnach nicht weit genug.

Neue Regeln für Sperrstunden und Feiern

Die in Berlin beschlossenen Maßnahmen würde Schleswig-Holstein eins-zu-eins umsetzen, erklärte Günther und zum Teil - etwa bei der Maskenpflicht - darüber hinaus gehen. Eine Sperrstunde in der Gastronomie werde es in Schleswig-Holstein bereits geben, so der CDU-Politiker, wenn in einem Kreis 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet wurden. Ab 23 Uhr müssen Restaurants dann schließen. Ab diesem Schwellenwert dürfen außerdem zukünftig bei privaten Feiern maximal 25 Personen in der Öffentlichkeit teilnehmen - 15 im privaten Raum. Günther kündigte auf einer Pressekonferenz in Kiel an, dass auch dann schon strengere Auflagen für Veranstaltungen gelten.

Schärfere Kontaktbeschränkungen geplant

Wenn in einer Region 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche gemeldet wurde, dürfen maximal zehn Personen - oder zwei Haushalte - an einer Feier teilnehmen. Ab dann gelten auch Kontaktbeschränkungen: Maximal zehn Menschen dürfen sich treffen. Zusätzlich zur Sperrstunde in der Gastronomie gilt dann laut Landesregierung auch ein Ausschankverbot für Alkohol.

Beherbergungsverbot bleibt

Günther erklärte, dass die Landesregierung am Beherbergungsverbot für Menschen aus Hochinzidenzgebieten festhalten werde. Wissenschaftler hätten bei der Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin erklärt, dass eine Einschränkung der Reisetätigkeit bei der Eindämmung des Coronavirus' helfe. Er habe für ein Ausreiseverbot für Menschen aus Gebieten mit sehr hoher Inzidenz geworben, sagte Günther. Dazu seien seine Kollegen jedoch nicht bereit gewesen. Er nannte das Verbot "eine zumutbare Härte" auch für die betroffenen Branche. "Jeder kann Landkarten lesen".

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.10.2020 | 12:00 Uhr

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