Booster-Impfung sorgt für Ansturm auf Hausarztpraxen in SH

Stand: 17.11.2021 08:59 Uhr

In einer Lübecker Hausarztpraxis wurden schon Impftermine bis Februar vergeben - etwa 100 bis 200 pro Woche. Das normale Alltagsgeschäft läuft aber weiter. Eine Herausforderung für alle.

In der Praxis von Dr. Ralf Staiger in Lübeck gibt es jeden Tag ab 13 Uhr eine halbe Stunde lang die Auffrischungsimpfungen gegen das Corona-Virus. Die Nachfrage ist riesig - das Telefon klingelt quasi ununterbrochen. Jeder zweite Anrufer fragt nach der Boosterimpfung. Dazu kommen täglich bis zu 20 Mails und Patienten, die spontan in die Praxis kommen. 25 Menschen pro Tag bekommen in der Praxis ihren dritten Pieks. Bei den ersten beiden Impfungen haben die Impfzentren den Hausärzten den Großteil abgenommen, beim Auffrischen müssen nun die Praxen das meiste stemmen.

Folgende Schleswig-Holstein können eine Auffrischungsimpfung bekommen:

  • Menschen, die eine Immunschwäche haben oder deren Immunsystem wegen einer anderen Behandlung unterdrückt wird
  • wer bisher mit Vektor-Impfstoffen geimpft wurde
  • Bewohner und Mitarbeiter von Einrichtungen für Pflegebedürftige
  • Menschen mit Behinderung und andere vulnerable Gruppen
  • medizinisches Personal sowie Mitarbeiter von Rettungsdiensten
  • wer 60 Jahre alt ist oder älter

Hausarzt: "Da kommt viel Arbeit auf uns zu"

In Schleswig-Holstein sind laut Kassenärztlicher Vereinigung aktuell bereits zwischen 140.000 und 150.000 Menschen geboostert. Trotzdem dauert der Run auf die Hausarztpraxen an. "Wenn man die Zahlen im Fernsehen sieht, kriegt man schon ein bisschen Angst und ein bisschen geschützt sein möchte man ja auch", heißt es von einer Patientin die einen Termin für eine Boosterimpfung in der Lübecker Praxis bekommen hat. Für das Praxisteam bedeutet das Boostern einen erheblichen Mehraufwand. Praxisinhaber Dr. Ralf Staiger rechnet damit, dass es in den kommenden Wochen nicht besser wird: "Im Mai, Juni ist die Masse der Bevölkerung geimpft worden. Deshalb kommt jetzt auch die Masse der Drittimpfungen. Das ist also richtig viel Arbeit, die im November, Dezember, Januar auf uns zukommt."

45 Minuten vor Beginn der ersten Impfung beginnt Arzthelferin Denise Lüder damit, den Corona-Impfstoff zu verdünnen und auf die Spritzen aufzuziehen. Ab dann ist der Impfstoff nur noch einige Stunden haltbar. "Wenn man denn hier fünf, sechs Ampullen vorbereitet, kostet das schon Zeit. Man muss das ja nach Vorschrift machen und da braucht man Ruhe", erklärt Denise Lüder.

Praxisteam hofft auf Entlastung

Schon seit sieben Monaten stemmt das Praxisteam die Zusatzbelastung - eine Ende ist bislang nicht in Sicht. In der Lübecker Praxis hoffen die Mitarbeiter jetzt darauf, dass sie die zusätzlichen Impfstationen des Landes in den kommenden Monaten entlasten. Das Land plant, ab Dezember stationäre Impfstellen einzurichten. Bei den Impfstellen wird es laut Gesundheitsministerium die Möglichkeit geben, Termine zu vereinbaren. Die großen Impfzentren sollen aber nicht wieder geöffnet werden. 

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Dieses Thema im Programm:

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