Stand: 02.07.2018 14:04 Uhr

"Wir sind stolz": Haithabu und Danewerk Welterbe

Es hat geklappt: Die Wikingersiedlung Haithabu und der Verteidigungswall Danewerk bekommen den Weltkulturerbetitel. Vertreter der UNESCO haben das bei ihrem Treffen im Königreich Bahrain am Sonnabend entschieden. Die Stätte sei ein einzigartiges Zeugnis der Wikingerzeit und ihrer kulturellen Traditionen, hieß es zur Begründung.

Kulturministerin Karin Prien: "Weltklasse"

"Ich kann meine Freude kaum in Worte fassen. Weltklasse", sagte Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) zu der Entscheidung. Die Auszeichnung sei eine große Ehre. "Wir sind stolz und dankbar, dieses kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren, zu schützen und der Öffentlichkeit zu präsentieren", so Prien. Weltkulturerbestätten müssen einem breitem Publikum zugänglich gemacht - aber gleichzeitig auch geschützt und erhalten werden. Dass nun das Weltkulturerbekomitee nach Haithabu und zum Danewerk schaut, sieht Stefanie Kloos vom Archäologischen Landesamt als Hilfe "in der Argumentation, dass mehr Verständnis dafür da ist, dass das ein wichtiges Denkmal ist."

Runensteine und Langschiffe in Haithabu

Austausch über nationalstaatliche Grenzen hinweg

Ulf Ickerodt, Leiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein, bedankte sich nach Bekanntwerden der Entscheidung bei allen Beteiligten "für die jahrelange Unterstützung." Und die deutsche Unesco-Chefin Maria Böhmer betonte: "Die Stätte macht deutlich, dass unsere Geschichte seit jeher vom Handel und Austausch über nationalstaatliche Grenzen hinweg geprägt ist."

Drittes Welterbe im Land

Mit der hansestädtischen Altstadt von Lübeck und dem Weltnaturerbe Wattenmeer hat das Land Schleswig-Holstein mit dem Danewerk und Haithabu nun drei von der UNESCO ausgezeichnete Stätten.

In den sozialen Medien erhielt die Entscheidung der UNESCO viel Applaus:

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Erster Antrag scheiterte

Seit 14 Jahren versucht das Archäologische Landesamt, den Titel für Haithabu und das Danewerk zu bekommen. Anfangs wollten Island, Dänemark, Lettland, Norwegen und Deutschland ihre wikingerzeitlichen Stätten gemeinsam anerkennen lassen. Dieser Antrag scheiterte 2015. Im neuen Antrag ging es nur noch um die beiden archäologischen Fundorte im Schleswiger Umland.

Hintergrund

Haithabu und Danewerk: Auf den Spuren der Wikinger

Haithabu an der Schlei war im 10. Jahrhundert das größte Handelszentrum Nordeuropas. Dort lebten Wikinger als Handwerker und Kaufleute. Der Grenzwall Danewerk schützte den Ort. mehr

Einst bedeutendes Handelszentrum

Die Wikingersiedlung Haithabu hatte ihre Blüte zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert. Die frühmittelalterliche Stadt galt als eines der bedeutendsten Handelszentren Europas. Auf den Feldern innerhalb des Halbkreiswalls am Haddebyer Noor finden Archäologen immer wieder Schmuck, Werkzeug, Nägel, Knochen und Siedlungsreste.

Kilometerlange Verteidigungswälle

Die ersten Verteidigungswälle des Danewerks wurden irgendwann im 5. Jahrhundert errichtet. Insgesamt erstreckten sie sich über 33 Kilometer von der Treene bis an die Schlei. Besonders gut erhalten ist die nach dem dänischen König benannte Waldemarsmauer aus dem 12. Jahrhundert. Dieser vier Kilometer lange Abschnitt besteht im Kern aus Ziegeln. Er wurde am Museum in der Ortschaft Dannewerk stellenweise wieder freigelegt. Dänische Truppen nutzten den Wall auch noch im Krieg gegen preußische und österreichische Truppen im Jahr 1864.

Karte: Haithabu und Teile des Danewerks

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.06.2018 | 17:00 Uhr

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