Stand: 28.08.2019 14:42 Uhr

Von Sayn-Wittgenstein: "Ich habe das Vertrauen"

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Doris von Sayn-Wittgenstein war erst im Juni als AfD-Landesvorsitzende wiedergewählt worden.

Das Bundesschiedsgericht der AfD hat die Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, in letzter Instanz wegen parteischädigenden Verhaltens aus der AfD ausgeschlossen. Sie sei damit nicht mehr AfD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, wie die Partei mitteilte. Das sieht die Betroffene anders. Es gebe keinen Passus bei der AfD, wonach sie nur als Mitglied Vorsitzende sein könne, sagte von Sayn-Wittgenstein NDR Schleswig-Holstein im Interview. Die 64-Jährige steht wegen mutmaßlicher Kontakte zu Rechtsextremen in der Kritik.

Die AfD hat in letzter Instanz Ihren Parteiausschluss beschlossen. Wie fällt Ihre Reaktion dazu aus?

Doris von Sayn-Wittgenstein: Also, da muss ich Sie berichtigen. Das ist nicht die letzte Instanz. Das ist vielleicht auf Parteiebene die letzte Instanz. Ich werde auf alle Fälle vor die ordentlichen Gerichte gehen. Man soll keine Urteilsschelte betreiben, aber das Bundesschiedsgericht hat entgegen eigener Regularien entschieden. Auch wir haben den Mündlichkeitsgrundsatz - der ist hier eklatant verletzt worden. Und für jeden, der ein bisschen politisch denken kann, ist ganz klar, dass dieses Urteil politisch gefärbt ist und mit Rechtsstaatlichkeit überhaupt nichts zu tun hat.

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Nun hat es natürlich Konsequenzen auf ihr Amt als Landesvorsitzende ...

Von Sayn-Wittgenstein: Nein, überhaupt nicht. Das Bundesschiedsgericht hat über meine Mitgliedschaft entschieden, aber nicht über meinen Vorsitz. Sogar Ludwig Erhard war Vorsitzender der CDU ohne Mitglied zu sein. Wir haben keinen Passus, wonach ich nur Vorsitzende sein kann, wenn ich Mitglied bin. Also ich finde den Fall sehr spannend und ich glaube, meine Mitglieder haben mich ja nicht gewählt, damit ein Gericht mich sozusagen außer Amtes setzt. Wir sind ja nicht in der Nazizeit. Gott sei Dank.

Wie geht es für Sie weiter in der Partei?

Von Sayn-Wittgenstein: Für mich ändert sich nichts. Ich habe das Vertrauen der Mitglieder - zumindest derjenigen, die mich gewählt haben. Und ich werde an meinem Kurs festhalten.

Und wie geht es für Sie auf rechtlicher Ebene weiter? Welche Schritte werden Sie jetzt gehen?

Von Sayn-Wittgenstein: Ich werde vor die ordentlichen Gerichte gehen und dann wird man sehen, wie die entscheiden.

Sie sagten gerade, Sie sitzen an einem Schreiben an Ihre Mitglieder. Was wollen Sie denen erläutern?

Von Sayn-Wittgenstein: Ich möchte, dass die Mitglieder nicht verunsichert sind durch Pressemeldungen. Ich habe ja da auch Verantwortung. Viele sitzen jetzt ratlos da. Und die müssen dann mal eben ein Schreiben von ihrer Vorsitzenden bekommen, das sie beruhigt.

Heißt konkret: Sie bleiben Vorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein?

Von Sayn-Wittgenstein: So ist es.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.08.2019 | 14:00 Uhr

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