Stand: 11.12.2019 05:00 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Wildschweinzaun wird zur Todesfalle

Seit Wochen gibt es immer wieder Meldungen darüber, dass sich vor allem Hirsche und Rehe am Wildschweinzaun an der deutsch-dänischen Grenze verletzen und verenden. Am vergangenen Wochenende fanden dänische Jäger zum Beispiel eine tote Hirschkuh. Sie war beim Sprung über den Wildschweinzaun hängen geblieben und brach sich dabei die Läufe. Seit Wochen haben es die deutschen und dänischen Jäger auf beiden Seiten mit solchen Fällen zu tun.

Tiere folgen den alten Wildpfaden

Seit es den Zaum gibt, beobachten die Jäger auf der deutschen Seite mehr Wild in ihren Revieren. Denn die Tiere kommen nicht mehr über die Grenze. An vielen Stellen versuchen sie aber weiterhin, den alten Wildpfaden zu folgen. Die enden jetzt aber oft am 70 Kilometer langen Wildschweinzaun. Am Zaun gibt es deswegen überall deutliche Spuren. Einige Tiere schaffen es nicht. "Auch wenn Rotwild über die Straße geht - geht das erste Tier, dann gehen alle hinterher. Da wird nicht nachgedacht, man folgt dem Leittier", sagt Jäger Sven Nicolaysen-Dlubatz.

Kleinere Maschen, damit Tiere nicht hängen bleiben

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Eine Hirschkuh ist am Zaun hängen geblieben und verendet.

Am Mittwoch treffen sich deutsche und dänische Jäger mit der dänischen Umweltbehörde, um nach Lösungen zu suchen. In Zukunft sollen möglichst wenige Tiere am Zaun sterben. Ein Vorschlag seien sogenannte Vergrämungsmaßnahmen, meint Nicolaysen-Dlubatz und fügt an: "Da haben wir in anderen Bereichen Erfahrungen gesammelt. Das Wild gewöhnt sich ganz schnell daran. Außerdem wird Regen und Wind das wieder entfernen. Von dänischer Seite ist angedacht, dass man mit Schall und Licht arbeiten kann - aber nicht am ganzen Zaun entlang, sondern wahrscheinlich nur an den Stellen, die ganz stark gefährdet sind."

Nachbesserungen am Zaun sind geplant

Die dänische Umweltbehörde hat zugesagt, an den wichtigsten Stellen die Maschen am Zaun verkleinert zu lassen, damit Hirsche und Rehe mit den Hufen nicht mehr hängen bleiben können, wenn sie darüber springen. Das soll bereits von kommender Woche an passieren. Der Wildschweinzaun war gebaut worden, um Wildschweine abzuhalten. Dänemark will mit dem Zaun seine Schweinefleisch-Industrie vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schützen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 10.12.2019 | 19:30 Uhr

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