Stand: 31.01.2019 11:09 Uhr

Stickstoffdioxid-Belastung an Kieler Messstation steigt

Der Kieler Theodor-Heuss-Ring gehört bundesweit zu den am meisten mit Stickstoffdioxid belasteten Orten. Das geht aus Daten des Umweltbundesamtes hervor. Danach lag das Jahresmittel 2018 an der Messstation am Theodor-Heuss-Ring bei 60 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Das sind vier Mikrogramm mehr, als im Vorjahr gemessen wurden. Das ist der höchste Anstieg aller Städte, deren Jahreswerte für 2018 schon vorlagen. Die Kieler Messstation liegt auf dem dritten Platz nach Stuttgart und München.

Deutlich über dem Grenzwert

Der europäische Grenzwert beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. 2017 lag das Jahresmittel von Stickstoffdioxid am Kieler Theodor-Heuss-Ring bei 56 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Ein weiteres Jahr zuvor waren es sogar 65 Mikrogramm gewesen.

Dass die Werte so stark schwanken, hat laut Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) meteorologische Gründe. An kalten Tagen liegt demnach besonders viel Stickstoffdioxid in der Luft, an warmen weniger. "Wir hatten im Mai 80 Mikrogramm und im Dezember 41. Die Autos sind aber dieselben", betont Kämpfer bei NDR Schleswig-Holstein. "2017 sind wir auch deshalb so viel besser gewesen, weil wir den ganzen Sommer eine Baustelle hatten, also viel weniger Verkehr", sagt er weiter.

In Hamburg leichter Rückgang

Deutschlandweit ging die gemessene Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid leicht zurück. In Hamburg sank sie im Vergleich zum Vorjahr um drei Mikrogramm auf 55 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Doch damit zählt Hamburg immer noch zu den am höchsten belasteten Städten in Deutschland. Das Stickstoffdioxid in Städten stammt zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen und ist der Grund für Diesel-Fahrverbote.

Hier ist die Luft im Norden besonders belastet

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Kiels Lösung: Mobile Absauganlage

Um so ein Fahrverbot zu entgehen, zeigt sich die Stadt Kiel erfinderisch. Eine mobile Absauganlage soll die Schadstoffe aus den Autos aufnehmen - und so die Luft direkt an der Messstation sauberer machen, so letztendlich für geringere Abgaswerte sorgen. Am Mittwoch soll ein Prototyp einer solchen Absauganlage aufgestellt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.01.2019 | 13:00 Uhr

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