Stand: 16.08.2019 21:23 Uhr

Stegner will SPD-Chef werden

Der schleswig-holsteinische SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hat am Freitag in Berlin offiziell seine Kandidatur für den Bundesvorsitz bekannt gegeben. Zusammen mit Gesine Schwan will er sich um die Nachfolge von Andrea Nahles bewerben. Beide stünden für einen politisch linken Kurs, sagte Stegner NDR Schleswig-Holstein. Der 59-Jährige ist aktuell auch einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Bundes-SPD. Schwan steht an der Spitze der Grundwertekommission der Partei.

Entscheidung für Kandidatur vor zwei Tagen gefallen

Angesichts der Lage der SPD könne man sich nicht davor drücken, Verantwortung zu übernehmen, sagt Stegner. Er verdanke seiner Partei so viel, daher könne er jetzt nicht zusehen, wie sie Richtung zehn Prozent marschiere. Laut Stegner ist die Entscheidung für eine Kandidatur erst vor zwei Tagen gefallen. Er betonte, dass es in vielen Punkten eine inhaltliche Übereinstimmung zwischen den beiden gebe. So stehe das Duo für eine linke Volkspartei, die gerechte Antworten für die Zukunft habe.

Doppelspitze keine Patentlösung

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Gesine Schwan steht an der Spitze der Grundwertekommission der Sozialdemokraten.

Die Doppelspitze, dass machte Stegner deutlich, sei keine Patentlösung. Aber eine, die derzeit von der Partei gewünscht werde und zu einem kollegialeren Führungsstil als in der Vergangenheit führen könne. Nicht nur vom politischen Gegner sondern auch aus den eigenen Reihen wurde Stegners Ankündigung teilweise mit Skepsis und Kritik aufgenommen. Sie sorgt wohl aber auch dafür, dass sich das Personalkarussell bei der SPD weiter drehen wird.

Bereits zwei Bewerberinnen aus Schleswig-Holstein

Neben Stegner gibt es aus Schleswig-Holstein weitere Kandidaten für den SPD-Vorsitz. Zuvor hatten bereits Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange mit Bautzens Bürgermeister Alexander Ahrens sowie die Bundestagsabgeordnete Nina Scheer und der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, sich um den Posten an der SPD-Bundesspitze beworben. Am Freitagmittag kündigte auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius an, dass er sich zusammen mit der sächsischen Integrationsministerin Petra Köpping bewerben will. Außerdem vermeldete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz offenbar bereit sei, für den SPD-Vorsitz zu kandidieren.

SPD-Vorsitz: Willige und Unwillige aus dem Norden

Wer wird offiziell nominiert?

Die Bewerber als SPD-Bundesvorsitzende benötigen nicht nur die Zustimmung der Mitglieder und des Parteitages im kommenden Dezember. Um überhaupt ins Rennen gehen zu können, müssen sie auch offiziell nominiert werden. Jedes Bewerbungsduo oder jeder einzelne Kandidat braucht dafür die Zustimmung von mindestens fünf Kreisverbänden oder einem Landesverband. Jede Ebene darf allerdings nur eine Nominierung vornehmen. Das bedeutet: Der Landesvorstand der SPD muss sich entscheiden, ob er Scheer, Lange oder eben Stegner unterstützt. Gemeinsam mit den Kreisverbänden werde man über ein Verfahren beraten, damit alle ernst zu nehmenden schleswig-holsteinischem Kandidaten ins Rennen um den Parteivorsitz gehen können, erklärte die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli im NDR Schleswig-Holstein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.08.2019 | 13:00 Uhr

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