Stand: 17.02.2020 16:37 Uhr

Serienbrandstifter muss in die Psychiatrie

Das Lübecker Landgericht hat am Montag einen ehemaligen Feuerwehrmann aus Sierksrade im Kreis Herzogtum Lauenburg wegen mehrfacher Brandstiftung zu acht Jahren Haft verurteilt. Der Mann kommt in eine geschlossene Psychiatrie, weil er laut Gericht eine Persönlichkeitsstörung hat. Das Gericht ist überzeugt, dass der 51-Jährige für zehn Brände zwischen November 2018 und Juni 2019 verantwortlich ist. Mit dem Urteil folgte die Richterin in weiten Teilen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte zehn Jahre Haft und die Unterbringung in der Psychiatrie gefordert.

Verteidiger forderte drei Jahre Haft

Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis. Sein Verteidiger Arne Timmermann hatte drei Jahre Haft gefordert. Er hielt nur zwei der Taten für bewiesen. Doch das Gericht sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Feuerwehrmann in allen Anklagepunkten zu verurteilen ist. "Bei unserem Urteil haben wir uns im Wesentlichen auf die Standortdaten des Handys gestützt, das der Angeklagte bei sich hatte", sagte Richterin Helga von Lukovicz. Immer, wenn es gebrannt habe, sei das Mobiltelefon in einer Funkzelle in der Nähe des Brandorts eingeloggt gewesen. Timmermann kündigte nach dem Urteil an, einen Revisionsantrag zu prüfen.

Schaden in Millionenhöhe

Bei den Feuern auf Bauernhöfen im Kreis Herzogtum Lauenburg entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Menschen wurden nicht verletzt. Doch in einem Stall in Mühlenrade verendeten 30 Rinder. In mindestens zwei Fällen habe der Angeklagte billigend in Kauf genommen, dass die Flammen auch auf Wohngebäude hätten übergreifen können, hatte Staatsanwalt Florian Büchmann zum Prozessauftakt gesagt.

Der Angeklagte war 1998 schon einmal wegen Brandstiftung verurteilt worden.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.02.2020 | 14:00 Uhr

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