Stand: 18.04.2019 08:43 Uhr

Senvion-Insolvenz: Firma sichert sich 100-Millionen-Kredit

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Senvion beschäftigt in Schleswig-Holstein 1.000 Mitarbeiter.

Die Zukunft des insolventen Windrad-Herstellers Senvion mit Standorten unter anderem in Osterrönfeld und Büdelsdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist offenbar vorerst gesichert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen dringend benötigten Geldbetrag zur Fortsetzung des Betriebs sichern können. Demnach sei ein verbindlicher Kreditvertrag über 100 Millionen Euro unterzeichnet worden, und zwar "mit seinen Kreditgebern und wesentlichen Anleihegläubigern", wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Der Kredit läuft laut Senvion zwölf Monate. Damit sei die nähere Zukunft des Unternehmens gesichert, sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Bernhard Band, NDR Schleswig-Holstein am Abend. Senvion hatte vergangene Woche für beide deutschen Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Band machte aber auch klar: Senvion braucht weiterhin einen oder mehrere Investoren, um aus dieser schwierigen finanziellen Situation herauszukommen.

Gewerkschaft: Unternehmensbereiche nicht zerschlagen

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Der Windanlagenbauer hat weltweit etwa 4.000 Mitarbeiter.

Der Windrad-Hersteller erwirtschaftete seit mehreren Jahren keine Gewinne mehr. Windkraftanlagen wurden nicht pünktlich abgeliefert und kamen nicht ins Laufen, was unter anderem zu Strafzahlungen führte. Die Gewerkschaft IG Metall Küste und die Betriebsräte wollen erreichen, dass die Senvion-Arbeitsplätze in Deutschland sowie das Unternehmen als Ganzes mit allen Standorten erhalten bleiben.

1.000 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein

Der Windanlagenbauer hat weltweit etwa 4.000 Mitarbeiter. Der deutsche Verwaltungshauptsitz von Senvion ist in Hamburg. In Schleswig-Holstein hat das Unternehmen laut IG Metall Küste knapp 1.000 Mitarbeiter. Sie sind hauptsächlich an den Standorten Osterrönfeld (Entwicklung) und Büdelsdorf (Service) beschäftigt. Und obwohl das Werk in Husum bereits geschlossen wurde, sind auch dort noch einige Mitarbeiter vor Ort. In Hamburg sind etwa 500 Beschäftigte betroffen. Außerdem befindet sich ein weiterer Standort in Bremerhaven. Dort arbeiten derzeit etwa 230 Menschen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.04.2019 | 21:00 Uhr

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