Stand: 13.11.2018 21:17 Uhr

Schleusenprobleme am NOK: Politiker machen sich ein Bild

Vor fünfeinhalb Jahren hat es in Brunsbüttel den ersten Spatenstich zum Bau der fünften Schleusenkammer gegeben. 300 Millionen Euro sollte damals das Bauvorhaben kosten. Die ersten Schiffe sollten Ende 2017 die neue Kammer nutzen können. Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass sich der Bau der neuen Kammer erheblich verzögert. Frühestens 2024 wird sie für den Schiffverkehr freigegeben - und deutlich teurer. Die Gesamtkosten sollen nun bei 800 Millionen Euro liegen. Bettina Hagedorn (SPD), Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, schaute sich am Dienstag das Projekt in Brunsbüttel vor Ort an.

Hagedorn: "Wir stehen zum NOK und zu dem Ausbau"

"Ja, es dauert etwas länger und es wird teurer. Aber gemessen an dem Wert, den dieser Nord-Ostsee-Kanal (NOK) für unsere Volkswirtschaft hat, stehen wir zum NOK und zu dem Ausbau", meinte Hagedorn. Auch ihr schleswig-holsteinischer Parteikollege Matthias Stein war in Brunsbüttel, um mit den Bauherren der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung über die Probleme zu sprechen. Es dürfe keine weitere Verzögerung auf der Baustelle geben, sagte Stein, der Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist.

Nautischer Verein Brunsbüttel kritisiert Ausschreibung

Die nautischen Vereine fordern vor allem mehr Personal: Ingenieure, die planen und Baumaßnahmen überwachen können. Der Verein kritisierte außerdem die Ausschreibung des Baus. Es sei offenbar ein Fehler gewesen, den günstigsten Anbieter auszuwählen, monierte Michael Hartmann. Der Vorsitzende vom Nautischen Verein Brunsbüttel fügte an: Wenn die Bauarbeiten weiter verschleppt würden wie bisher, werde die fünfte Schleuse wohl auch 2024 nicht fertiggestellt.

Die Lotsen sorgen sich indes, dass Reeder ihre Schiffe künftig nicht mehr über den NOK schicken. "Dass die fünfte Schleusenkammer später freigegeben wird, könnte sie abschrecken", hatte Wolfgang Mentzel von der Lotsenbrüderschaft NOK I vor einigen Wochen zu NDR Schleswig-Holstein gesagt. Es kann auch passieren, dass der Verkehr sich verlagert - mehr auf die Schiene und auf den Lkw."

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Schleswig-Holstein Magazin | 13.11.2018 | 19:30 Uhr

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