Tafel in einem Klassenzimmer. © picture alliance / ZB Foto: Patrick Pleul

Lern-Angebote für Schüler im Land starten

Stand: 19.07.2021 09:29 Uhr

Die Corona-Pandemie wird wohl auch bei den Kindern und Jugendlichen Spuren in der Bildung und im sozialen Bereich hinterlassen. Lern- und Bildungsangebote sollen helfen, diese zu mindern.

Weniger Unterrichtsstunden in der Schule, keine Klassenfahrten, weniger Kontakte mit den Klassenkameraden: Die Corona-Pandemie wirkt sich insbesondere auf Kinder und Jugendliche deutlich aus. Damit zumindest die fachlichen Nachteile nicht zu groß sind, hat das Bildungsministerium das Programm Lernchancen.SH initiiert. Das bedeutet: In den kommenden beiden Wochen gibt es zusätzliche Lernangebote in Schulen. Alle sind kostenlos und freiwillig. Die Förderangebote - wie Nachhilfe in Mathe und Englisch - oder auch kulturelle Bildungsangebote werden von externen Anbietern gestaltet und von Studenten, Schülern und Künstlern unterstützt. Laut Bildungsministerium sind keine Lehrkräfte eingebunden.

Ein Mädchen sitzt hinter einer Federtasche in der Schule und schreibt ©  Picture Alliance / dpa | Uli Deck Foto: Uli Deck
AUDIO: Lernchancen.SH startet (1 Min)

Ministerium will Bildungsgutscheine verteilen

Zusätzlich können die Schulen Bildungsgutscheine verteilen. Damit müssen Kinder und Jugendliche für Nachhilfestunden privater Anbieter nichts bezahlen. Das Ministerium rechnet mit Gutscheinen für rund 20.000 Schüler. Finanziert werden die Maßnahmen aus Mitteln von Bund und Land.

Angebot vor allem für lernschwache Schüler

Über das Programm Lernchancen.SH wolle man insbesondere lernschwächere Schüler erreichen, hatte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) vor wenigen Wochen betont. Außerdem stünden die im Fokus, die im Schuljahr 2021/22 zum Übergang auf eine andere Schule stehen oder die Schule abschließen. Unterstützende Angebote gibt es vor allem für die Kernfächer Mathematik, Deutsch und Englisch. Eine Übersicht über die Ferien-Lernangebote in Schleswig-Holstein gibt es auch online.

GEW übt Kritik

Kritik an der Art der Umsetzung des Lernangebotes kommt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Ziel müsse es sein, Kinder und Jugendliche individuell zu fördern und nicht Unternehmen wie Nachhilfe-Institute reicher zu machen. Vor allem die Förderung der Schüler, die Nachteile durch die Pandemie erleiden mussten, müsse im Vordergrund stehen, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke bereits vor einigen Wochen. "Wir brauchen eine Verteilung nach Sozialfaktoren", mahnte sie an.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.07.2021 | 19:30 Uhr

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