Stand: 07.06.2018 16:30 Uhr

Razzia der Bundespolizei bei Logistik-Unternehmen

Geschäftsunterlagen, Mobiltelefone, Computer, gefälschte Ausweise, rund 30.000 Euro Bargeld sowie eine schussbereite Handfeuerwaffe und eine Schreckschusswaffe: Das haben Ermittler bei ihrer Razzia am Donnerstag in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sichergestellt. Sie hatten elf Wohnungen und Geschäftsräume eines Transportunternehmens durchsucht, das als Servicepartner für Hermes tätig ist. Schwerpunkt der Razzia war Schleswig-Holstein. Laut Bundespolizei wird nun gegen fünf Hauptbeschuldigte ermittelt - wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie Urkundenfälschung und Verschaffens von amtlichen Ausweisen.

Fahrer mit falschen Papieren

"Osteuropäische Staatsangehörige, die nicht EU-Staatsangehörige sind, wurden mit falschen Dokumenten eingeschleust", sagte der Pressesprecher der Bundespolizei, Matthias Menge. Unter anderem aus Russland seien diese Menschen gekommen - und mit gefälschten Papieren aus Rumänien ausgestattet worden. So sollen sie dann für das Unternehmen als Fahrer gearbeitet haben.

Paketzusteller Hermes will Aufklärungsprozess unterstützen

"Es ist für uns ein neues Phänomen, dass ein Unternehmen Fahrer im Ausland rekrutiert und dann hier einschleust", sagte Menge. Der Paketzusteller Hermes teilte in einer Stellungnahme mit, er unterstütze "den Aufklärungsprozess in enger Kooperation mit den zuständigen Behörden vollumfänglich". Hermes erwarte von den Servicepartnern, dass sie sich an gesetzliche Vorgaben halten. Sollten im konkreten Fall gesetzliche Vorgaben umgangen worden sein, werde der Dienstleister umgehend Konsequenzen ergreifen. Die mit Hermes assoziierten Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen könne das Unternehmen nicht bestätigen, hieß es.

Monatelange Ermittlungen

Insgesamt durchsuchte die Bundespolizei Immobilien des Hermes-Servicepartners an neun Standorten in Schleswig-Holstein - in Kaltenkirchen, Ellerau (beide Kreis Segeberg), Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Neumünster, Flensburg und Harrislee. Mit den Razzien in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen waren insgesamt 280 Beamte im Einsatz. Grundlage für die Aktion sind nach Informationen der Bundespolizei monatelange Ermittlungen nach entsprechenden Hinweisen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.06.2018 | 15:00 Uhr

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