Stand: 23.03.2018 13:42 Uhr

Prozess um Totschlag: Unerwarteter Freispruch

Überraschendes Urteil im Prozess um einen tödlichen Familienstreit: Das Landgericht Lübeck hat den 30 Jahre alten Angeklagten vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen. Stattdessen wiesen die Richter den Mann in eine Entziehungsklinik ein. Er sei schuldunfähig, da er in einem Rauschzustand gewesen sei, hieß es in der Urteilsbegründung. Der Mann hatte gestanden, im Juli 2017 in Lübeck seine Mutter mit einer Geflügelschere getötet und seine Großmutter verletzt zu haben. Die Oma hatte sich noch gewehrt und ihren Enkel mit einer Bratpfanne niedergeschlagen.

Tränen vor Gericht

Der Angeklagte weinte, als die Richterin den Freispruch verlas. Der Drogenabhängige hatte seiner Mutter im vergangenen Sommer mit der Schere 50 Mal in den Bauch gestochen. Die Oma bekam 20 Stiche ab. Sie überlebte nur knapp und leidet bis heute an den Folgen der Tat. Auf einem Auge ist sie erblindet. Die Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von zwölf Jahren gefordert hatte, will nun prüfen, ob sie in Revision geht.

Weitere Informationen

Tödlicher Streit: Zwölf Jahre Haft gefordert

Im Juli 2017 soll ein 30-Jähriger in Lübeck seine Mutter erstochen und seine Oma schwer verletzt haben. In einem Prozess gegen den Mann forderte die Staatsanwaltschaft nun 12 Jahre Haft. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.03.2018 | 13:00 Uhr

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