Stand: 07.11.2019 20:16 Uhr

Nordländer wollen Wasserstoff-Technologie vorantreiben

Windkraftanlagen in Norddeutschland produzieren mehr Energie, als hier verbraucht werden kann. Doch wohin mit der überschüssigen Energie? Sie lässt sich speichern, nämlich durch Elektrolyse im Wasserstoff. Der Haken daran: Wasserstoff spielt im Mix der erneuerbaren Energien bisher nur eine Nebenrolle. Damit sich das ändert, fordern die fünf norddeutschen Länder nun mehr Geld vom Bund, um die Wasserstofftechnologie zu fördern. In Lübeck haben die Wirtschafts- und Verkehrsminister von Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen am Donnerstag ein Strategiepapier vorgelegt. Norddeutschland verfüge im Vergleich zu anderen Regionen über einzigartige Standortvorteile, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

Ein Schild weist auf eine Wasserstoffzapfsäule hin. © NDR

Förderung der Wasserstofftechnik im Norden

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Die fünf norddeutschen Länder wollen eine grüne Wasserstoffwirtschaft aufbauen. Bei einem Treffen in Lübeck forderten sie mehr Geld vom Bund, um die Wasserstofftechnologie zu fördern, und stellten ein Strategiepapier vor.

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Ziel: Bis 2030 grüner Wasserstoff für gut 150.000 Autos

Gemeinsames Ziel der Nordländer ist es, in einem ersten Schritt ausreichend Kapazitäten für die Elektrolyse zu schaffen. Grüner Wasserstoff kann als Energiespeicher, zur Herstellung von synthetischem Treibstoff oder in Brennstoffzellen zum Antrieb von Fahrzeugen genutzt werden. Die Strategie sieht vor, bis 2025 mindestens 500 Megawatt und bis zum Jahr 2030 mindestens fünf Gigawatt Elektrolyse-Leistung in Norddeutschland zu realisieren. Buchholz erklärte, mit den 500 Megawatt könnten rund 151.000 Autos mit grünem Wasserstoff versorgt werden. Bei einer Steigerung auf fünf Gigawatt würde die Menge nach seinen Worten rechnerisch für alle 1,5 Millionen in Schleswig-Holstein zugelassenen Autos reichen.

Westhagemann: Asiatische Länder sind deutlich weiter

Die Nordländer planen auch den Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes mit rund 250 Stationen. Aktuell sind es 78. Eine Konkurrenz zur E-Mobilität sieht Buchholz nicht: "Wir wollen einfach alle Chancen nutzen, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren." Vor diesem Hintergrund machte sich Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) dafür stark, dass der Bund die Rahmenbedingungen verbessert. Wasserstoff aus regenerativem Strom sei bislang teurer als konventionell erzeugter Wasserstoff. Althusmann und seine Ministerkollegen forderten daher, die EEG-Umlage für regenerativ erzeugten Strom für die Wasserstoffproduktion zu streichen. Die Zeit sei reif, die Entwicklung gemeinsam anzugehen, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos). In Japan, Südkorea und China beschäftige man sich schon lange nicht mehr mit der Batterie-, sondern mit der Wasserstoff-Technologie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.11.2019 | 17:00 Uhr

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