Ein Mann steht bei der Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover mit einer Sonneblume vor grünem Hintergrund. © picture alliance

Nord-Grüne gehen mit Amtsberg und Habeck in den Bundestagswahlkampf

Stand: 27.03.2021 13:25 Uhr

Die Nord-Grünen haben am Sonnabend die Kandidaten für die Landesliste zur Bundestagswahl bestimmt. Der Parteitag fand online statt.

Luise Amtsberg, flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, aufgenommen am 30.01.2016. © dpa picture alliance Foto: Daniel Reinhardt
Die Kieler Bundestagsabgeordnete belegt den ersten Listenplatz für die Grünen in Schleswig-Holstein.

Auf Platz eins steht die Kieler Bundestagsabgeordnete Luise Amtsberg. Für sie stimmten 90 Prozent der Delegierten. Listenplatz zwei geht an Grünen-Bundeschef Robert Habeck mit knapp 88 Prozent der Stimmen. Beide haben am Sonnabend die Politik der Großen Koalition scharf angegriffen. "Jeder Kreisverband der Grünen ist inzwischen besser geführt als dieses Land", sagte Habeck. Sie kündigten an, sich gegen Klimawandel und für soziale Gerechtigkeit stark zu machen, planen Investitionen in klimafreundliche Technologien und die Abschaffung von Hartz IV.

Nestle und von Notz auf Platz drei und vier

Bekannte Namen finden sich mit Ingrid Nestle und Konstantin von Notz auch auf den Listenplätzen drei und vier. Gegenkandidaten gab es keine. Platz fünf ging an Denise Loop aus Dithmarschen. Auf Platz sechs setzte sich der Lübecker Fraktionschef Bruno Hönel in einer Stichwahl gegen den Fridays for Future Aktivisten Jakob Blasel durch.

Für Schleswig-Holsteins Grüne war der Parteitag auch der Start in den Bundestagswahlkampf. Das klare Ziel ist die Regierungsbeteiligung. "Dieses Jahr muss das Jahr sein, in dem wir Grüne im Bund Verantwortung übernehmen", sagte Amtsberg. Momentan haben Schleswig-Holsteins Grüne drei Bundestagsmandate - sie hoffen bei der Wahl im September auf die doppelte Zahl.

Vorsitzende Tranziska spricht von Richtungsentscheidung

Die Grünen-Landesvorsitzende Ann-Kathrin Tranziska sprach von einer Richtungsentscheidung. Ihre Partei stehe laut Umfragen und den vergangenen Wahlen besser da als bei der Bundestagswahl 2017. "Es ist also nicht frech zu denken, dass wir nach dieser Bundestagswahl wieder in Regierungsbeteiligung kommen." Die Grünen hätten für die kommenden Monate große Ziele und Hoffnungen. Das gesellschaftliche Klima habe sehr gelitten in den vergangenen Monaten, in der Corona-Krise sei Solidarität gefragt, sagte Tranziska. Notwendig sei ein Pandemie-Management, das die Sorgen der Menschen mitdenke. Das Instrument der Ministerpräsidentenkonferenz solle abgelöst werden durch parlamentarische Beschlüsse im Bundestag und Bundesrat. Die Corona-Krise beweise, dass Politik Macht haben könne. Sie dürfe jedoch nicht "an alten Mustern hängen".

Parteitag fand digital statt

Einige Bewerbungsreden wurden vor Ort im dafür eingerichteten Studio im Wissenschaftszentrum Kiel gehalten. Darunter waren unter anderem Luise Amtsberg, Robert Habeck, Ingrid Nestle, Konstantin von Notz und Denise Loop. Alle Delegierten sowie ein Teil der Kandidierenden nahmen digital am Landesparteitag teil.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.03.2021 | 10:00 Uhr

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